»Kennen sich denn die Herrschaften schon von früher?« forschten jetzt auch gespannt die beiden verheirateten Frauen wie aus einem Munde.

Alles sah auf Hedwig.

Sie hatte neben Wilms Platz genommen und, mit der Bewirtung beschäftigt, sich bis dahin wenig an der Unterhaltung beteiligt.

»Was sie jetzt wohl antworten wird?« dachte der Pächter in seinem dumpfen Hinbrüten. Von seinen Sorgen zu Boden gedrückt, und in seiner Brust ein bohrendes Angstgefühl, hatte er bis jetzt auf die Tischplatte gestarrt, und nur manchmal sah er auf sein blasses, angestrengtes Weib herüber, scheu und mißtrauisch, als ob er auf einem Verbrechen ertappt wäre.

Was hatte sich nur in seinem Gewissen geändert?

O, es war nur die Angst, die entsetzliche Furcht um seine Existenz, überredete sich der unglückliche Mann selbst.

»Weiter nichts – gewiß – gar nichts weiter.«

»Kennen sich denn die Herrschaften schon von früher?« tönte es in seine Gedanken hinein. – Was sie jetzt wohl antworten würde?

Und ohne Erregung, klangvoll und ruhig gab Hedwig zurück, obwohl sie den Grafen zum erstenmal fest ansah:

»O ja – der Herr Leutnant besuchte ja oft die Bälle unserer Pension. Ich selbst habe sogar einmal einen seiner Briefe dem großen Hunde abgebunden.«