»Ich sagte mir, du bist durch unsere Familie unglücklich geworden, Wilms.«
»Das bin ich nicht.«
»Das bist du doch, Schwager. Bist du nicht, wie jeder andere Mann, eine Ehe eingegangen, um eine Häuslichkeit zu besitzen? – Nun, und hast du sie gefunden? – Nein, das ging dir alles durch die lange Krankheit verloren – und auch jetzt, Schwager, – ich muß es dir sagen, mit vielem Schmerz, glaub’ mir das – auch jetzt wird dir meine arme Schwester dieses Glück nicht schaffen können.«
»Nicht schaffen können?« echote Wilms entsetzt. Eiseskälte durchströmte ihn, wie vorhin, als er auf dem Schlitten saß.
Im Moment haßte er das Mädchen, welches ihm das alles so schonungslos enthüllte.
»Und warum nicht, Hedwig?« flüsterte er.
»Weil mir der Arzt bei meiner Abreise vertraute,« schloß Hedwig leise, als wenn sie ihn nicht noch mehr erregen wollte, »daß Else nach wie vor aufs äußerste geschont werden muß, und daß sie nie wieder als eine Gesunde, sondern stets nur wie eine Kranke behandelt werden darf – du armer Mann.«
Ein leises Stöhnen unterbrach sie.
»Sieh,« beendete sie hastig, indem sie auffallend die Farbe wechselte, »und da stand es bei mir fest, daß ich hier vielleicht den Wirkungskreis aufnehmen könnte, den meine Schwester nicht ausfüllen wird, damit du wenigstens nicht allzuviel entbehrst, der du schon so viel gelitten.«
»Und da wolltest du – –?« stammelte er.