»Ja, verschlucken,« sagte Hann ernsthaft.
»Und dazu soll ich ihm das heilige Buch überliefern?« entgegnete der Student entrüstet. Schon war er auf einen kleinen Schrank zugeeilt, auf dem oben ein paar Bücher standen, und nun riß er das umfangreichste an sich. Etwas Eckiges, Bäuerisches, Überzeugtes steckte in all seinen Bewegungen.
»Das Tiefste, das uns geschenkt ward, soll ich so mißbrauchen lassen? So — so — Zu solch abergläubischem Betrug?« stammelte er von neuem. Er drückte das Buch an sich, daß ihm die Arme bebten. Dann machte er einen hastigen Schritt nach der Treppe zu und redete voller Zorn und Eifer weiter.
Er sei kein Frömmler, aber das dürften die Eltern eines Gottesgelehrten nicht begehen. Solche Sünde. Solch heidnisches Hexenwerk. Gleich — gleich wolle er selbst in die Krankenstube hinauf und Schäfer Sturm vertreiben. Mit Gewalt, wenn es sein müßte.
Dabei betrat er schon die erste Stufe.
Allein, unbeweglich, mit aufgestütztem Haupt, aus dem nur die Augen wie glimmende Punkte herausfunkelten, so saß Line zu seinen Füßen und sperrte ihm den Weg.
Er hätte über sie forttreten müssen.
»Line, so geh doch zur Seite,« herrschte er sie an.
»Nein — erst gib Hann das Buch.«