»Was?« stotterte der Student.
»Gib her,« flüsterte das Kind noch einmal mit seiner heißen Stimme und schlang trotzig die Arme um seine Beine, um ihn am Steigen zu hindern. »Du verstehst das nicht — der Schäfer kann hexen.«
»Oh, das kommt davon, das kommt davon, daß du so gar nichts lernst,« kam es heiser von den Lippen des Studenten. — »Aber das muß anders werden. Und jetzt gleich laß los — ich muß — ich muß hinauf.«
Er drängte sie mit seinem Fuß beiseite.
Line fiel, im nächsten Moment wäre der Gereizte an ihr vorüber gestürmt.
Da mischte sich eine neue Stimme in den Streit.
Am Tisch in der kahlen blauen Stube saß der mittelste der drei Brüder, Bruno.
Sekundaner war er drinnen auf dem Gymnasium in der Stadt. Ein hübscher, dunkelhaariger, siebzehnjähriger Bursche. Der Liebling der Eltern, der Liebling der Lehrer. Einer von denen, auf die alle Hoffnungen gesetzt werden, die dann die Zeit erfüllen soll!
Die Zeit!
»Paul,« sagte der Sekundaner mit seiner hellen, frischen Stimme, »gib doch das Buch. Wenn es nichts nützt, so schadet es doch auch nichts.«