Jetzt schritten sie über den dicken, weichen Schnee ihren Weg wieder zurück. Langsam und schwer fielen die Flocken um sie her. In den engen Gäßchen hallte kein Laut, neblige Schwärze überall, und nur ganz vereinzelt brach gespensterhaft das trübe Licht einer Petroleumlampe durch die dunklen Schleier hindurch.

»Du,« sagte Bruno endlich, der seinen Arm unter den des Älteren geschoben, »wollen wir nicht noch in die Weinstube zu Kroll gehen?«

Jedoch der Kandidat schlug kurz ab. Das sei in der kleinen Stadt nicht Sitte. Er bat auch den Bruder, solche Vergnügungen künftig nicht auf eigene Faust zu unternehmen.

Der andere atmete kurz und nickte dann. Ja, ja, jetzt hieß es ja wieder: »Strecken nach den Decken.«

Zu dumm — wirklich.

Wieder wanderten sie fürbaß.

Der Theologe mit schweren Gedanken darüber, ob sich Bruno bei dem ersten Besuch im Hause seines Chefs nicht zu ungeniert, zu aufdringlich benommen, und dann auch von der Erinnerung bedrückt, warum wohl der Konsul die kleine Line zu dem wilden Tanz animiert habe. Ob er seiner Tochter gegenüber ebenfalls auf diesen Einfall geraten wäre?

Immer tiefer bohrte er sich in diese ihn verletzende Vorstellung hinein.

Bei dem Heimgekehrten hingegen hatte sich der Mißmut über die aufgegebene Weinkneiperei längst wieder verloren. Immer heller wurden seine Mienen, immer freundlicher seine Gedanken, leise begann er den Yankee doodle vor sich hinzusummen.

»Du,« sprach er plötzlich aus seinem Sinnen heraus, »doch eine schöne Erscheinung, diese Dina, was?«