Der Theologe verzog die Stirn. »Ja,« entgegnete er langsam, »sie hat viel innere Vornehmheit.«
Allein der junge Kaufmann überhörte diese Abwehr. Wohlig schüttelte er sich in seinem Pelze und stäubte den Schnee von seinen Füßen ab. »Überhaupt scheint der Konsul ganz in sie vernarrt zu sein. Meinst du nicht auch?«
Ungeduldig bewegte der Theologe den Kopf und zog rasch seinen Arm von dem Bruder fort: »Hier bist du zu Hause,« versetzte er, ohne direkt zu antworten, »schließ leise auf, damit du nicht störst.«
»Ach, richtig, solche Nachtexzesse liebt ja der Alte nicht.«
Nachdem er den Schlüssel in dem alten Holztor umgedreht hatte, reichte er dem Bruder warm die Hand. Dabei fiel ihm im Zurücktreten ein Licht auf, das oben aus einem Seitenfenster rötlich durch den Vorhang dämmerte. Interessiert starrte Bruno hinauf, dann stieß er seinen Begleiter leicht in die Seite.
»Da oben schläft sie.«
Immer peinlicher wurde dem Kandidaten dieses Gespräch.
»Geh du nun zu Bett, Bruno —« ermahnte er, »aber leise, hörst du?«
»Ja — ja — auf Zehenspitzen — War doch heute ein hübscher Abend. — Was? — Na, gute Nacht.«