* * *
Einsilbig war auch Fräulein Dewitz in ihr Bett gezogen. Auch ihr wollte die Aufforderung, welche Hollander an ihre Pflegebefohlene gerichtet hatte, nicht aus dem Sinn, und ohne daß sie es selbst wußte, grollte sie der kleinen Line dafür, weil so etwas überhaupt geschehen konnte.
Sie mußte in Zukunft wohl doch besser auf das Mädchen acht geben. Ja, ja, die Kleine wurde jetzt älter, und die Welt war nach der Ansicht aller verständigen Leute seit den Jugendtagen des Fräulein Dewitz erheblich schlechter geworden.
»Ja, ja, also besser Obacht geben!«
Damit faltete sie die Hände, rückte ihr schneeweißes Häubchen zurecht, sprach ihr umständliches Nachtgebet und entschlief.
Kaum hörte Line das leichte Näseln, so schlich sie in die Küche, um die Kleider der Lehrerin zum Reinigen hinzuhängen. Mit wenigen Bewegungen warf sie auch ihr eigenes Gewand ab, dann zog sie rasch das Päckchen aus der Tasche, das ihr Hollander so heimlich zugesteckt.
Noch ein rasches Aufhorchen nach der Schlafstube hin, und dann —
Ah —
Die beiden Kastagnetten.