»Ja, oll Kusemann, ich gäb' ihn dir herzlich gern — aber sieh, wir haben so was gar nicht. Was, Mudding?«

Hann zuckte in seiner Ecke zusammen, sprach aber nichts.

»Na, was steht denn aber in der Delikatessenkiste, die euer feiner Sohn aus der Stadt geschickt hat, wie er mir heute erzählte?« fragte oll Kusemann und lachte über das ganze Gesicht vor Freude darüber, daß seine Frechheit durch nichts zu verblüffen war.

»Was darin steht?«

Und Siebenbrod, der noch immer sehr jähzornig war, bekam wirklich seinen roten Kopf.

»Die Kist' is noch zu,« knurrte er. — »Was, Mudding?« Und als die kleine Frau nicht gleich auf ihn zu hören schien, sondern nur Hann ein Zeichen gab, ihr die Fußbank fortzunehmen, weil sie aufstehen wollte, da fuhr er sie heftig an: »Na, Mudding, nu sag' doch was! — Nu tu doch eins den Mund auf — damit er nicht glaubt, ich gäb's ihm bloß nicht gern —. Nu sag' doch, is die Kist' zu oder is sie nicht zu?«

Da warf die kleine Frau auf den Lügenlotsen einen einzigen Blick. Der war so flehend, daß er selbst oll Kusemann betroffen machte und seine Phantasie veranlaßte, schnell auf ein anderes Gebiet zu springen: »Ja, und morgen kommt der feine Herr zu euch zu Besuch,« lenkte er unerschüttert ab. »Morgen — zum Sonntag — hat's mir selbst gesagt. — Na, da würd' ich morgen die Kist' aufmachen. — Is'n Gedanke, wie? Is er denn schon mal bei euch gewesen?«

»Ne,« knurrte Siebenbrod, während er einen schiefen Seitenblick auf seine Frau warf, die eben das Licht genommen hatte, um zu leuchten.

»Also kommt zum erstenmal?«