Wortlos goß Hann aus dem Kessel warmes Wasser in ein Bierglas, warf Zucker hinein und setzte dann das Ganze als steifen Grog vor seinen alten Freund nieder.
»Gott's Blitz —« lobte der und stürzte das Paßglas auf einmal hinunter und hielt es wieder zum Füllen hin. »Das ist ein Nümmerchen, — so — gut — Hann, bist doch ein anschlägiger Kopf — prost — wirst immer klüger. Ja, was ich sagen wollt' — weshalb, meinst woll, daß ich heut' hierherkomme?«
»Wohl wegen meiner Gestellungsgeschichte? Übermorgen muß ich hin,« meinte Hann, der sich inzwischen auf den Stuhl am Herd niedergelassen hatte, wo er sich über den Flammen die Hände wärmte.
»Jawoll,« versicherte oll Kusemann nachdenklich, »das is 'ne böse Geschicht', Jung. Paß auf — dich nehmen sie. Und dann wirst du nach Kiel geschickt, als Matros', und wenn dir dann die wilden Völker im Ozean — Karolinen heißen sie ja woll — nich hinterrücks kaput geschossen haben, denn schneiden dir doch die Mohren in Kamerun ganz sicher den Kopf ab. Anders is das nich.«
»Ja, denn laß das so.«
»Je, Menschenkind — — aber gib mich erst noch so'n lütten Grog — danke — ja, hast du denn das menschliche Leben gar nicht lieb?«
»Oll Kusemann,« sagte Hann und sah mit seinem plumpen Kopf träumerisch in die Flammen, die kleiner und winziger wurden; »ich hab dich all längst eins fragen wollen — aber nu sprich auch ernsthaft — wozu lebt man eigentlich?«
Der Lotse ließ langsam sein Glas sinken und kraute sich dann zweifelhaft hinter dem Ohr. Endlich spuckte er energisch aus, und als wenn ihm etwas einfiele, hob er langsam an: »Je — kuck — das weiß ich ganz genau. Der Mensch lebt, damit er kleine Kinder machen soll.«
»Dazu also bloß?«