»Line,« stotterte Bruno. Aber seine Augen blitzten, die wilde Tollheit des Mädchens hatte ihn angesteckt. Krampfhaft drückte er ihr beide Hände unter der Decke.

»Ah — das war schön — das war schön,« wiederholte sie wie berauscht und schloß die Augen. Gleich darauf entzog sie ihm hastig ihre Finger. »Laß das,« verbot sie ihm herb, und zwischen ihren Augenbrauen erschien eine Falte. »Wozu soll das?«

Da hielt der Schlitten.

Mehrere Gefährte, die auf der Landstraße vor einem schmucken Krug hielten, sperrten den Weg.

»Wollen wir auch einen Augenblick da hinein, Kleine?« fragte Bruno, wie wenn er sich auf andere Gedanken bringen wollte, »denn Vater Siebenbrod wird uns doch gewiß vor dem Mittag nichts Warmes vorsetzen,« und als Line erfreut mit einem Ruck hochsprang, half er ihr aus dem Gefährt herab.

Er nahm noch wahr, wie fein und schmal ihr Fuß sei, als sie die Röcke ein wenig schürzte.

»Ein prachtvolles Mädel,« dachte er, »um einen toll zu machen. Aber sachte, sachte.«

Bald saßen sie in dem Krugzimmer an einem Tisch am Fenster.

Es war ein kahler, lichtblauer Raum. Nicht ein Bild hing an den Wänden, nur im Sonnenschein konnte man eine Herde Winterfliegen bemerken, die unbeweglich ihren langen Schlaf hielten.

Aus der Ecke feuerte ein eiserner Ofen rotglühende Hitze. Aus dem Nebensaal drang das Gemurmel zechender Menschen.