Das tat der Zesnerfischer auch mit merklicher Erleichterung, denn diese beiden feingekleideten Menschen waren ihm so unbehaglich, als irgend möglich. Vor allen Dingen, weil er sich genierte, vor ihnen zu essen, so daß er auch heute im stillen einen gewaltigen Hunger spürte.
»Na, sie werden woll so bald nich wiederkommen,« dachte er.
Auch Mudding, die sich doch im Herzen so sehr über ihren Heimgekehrten freute, sprach niemals viel, und heute wurde ihr Geist noch besonders oft durch die Frage abgelenkt, ob auch alles, was ihr Bruno von sich mitgeteilt, recht und billig wäre, und ob sich seine kühnen Hoffnungen wohl erfüllen könnten.
»Ach lieber Gott — laß mich das noch erleben,« dachte sie innerlich und faltete wie von ungefähr die Hände, obwohl sich in ihrem unbewegten Gesicht nichts regte. So hatte am Tisch eine steife Gezwungenheit geherrscht, denn Hann in seinem blauen Sonntagswams vermochte gleichfalls nur, seinen Geschwistern von Zeit zu Zeit die Schüssel zu reichen, oder die Bierflaschen zu entkorken, die Siebenbrod heute extra »spendiert« hatte. In ihre Gespräche jedoch, die sie ausschließlich für sich allein führten, wagte er sich nicht zu mischen. Da klang ihm ein zu fremder, zu hoher Ton hindurch, und so saß er nachdenklich da und überlegte, wie gut die beiden zueinander paßten.
Ja, das waren frohe, lebendige Leute; die kamen in der feinen Welt zurecht, und über Bruno lachte auch Line nicht, wie stets über Hann.
Das wenigstens hatte er gleich gemerkt.
Ja, ja, so war das wohl auch alles recht gut.
Nach Tisch machte Line den Vorschlag, ein bißchen im Dorf herumzuwandern. Und als Bruno, ganz erlöst, beigepflichtet hatte, schloß sich auch Hann an.
Er hatte kaum bemerkt, daß gar keine Aufforderung dazu an ihn ergangen war.