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In tiefer Dunkelheit fuhren Line und Bruno in einem geschlossenen Schlittenkasten heim, den man sich erst vom Krugwirt hatte borgen müssen, da ihr eigenes Gefährt auf Wunsch des Konsuls noch bei Tageshelle den Heimweg angetreten.

So hockte denn Hann, der sich willig dazu erboten, in seinem zottigen Schifferpelz auf dem Bock und schwang die Peitsche. Von drinnen hörte er undeutlich die Stimmen seiner Passagiere, doch er wendete sich nicht um: »Nich horchen,« dachte er, »das paßt sich nich.«

Aber was er sich selbst nicht verbieten konnte, das waren seine Gedanken, die immer wieder zu seinen Mitfahrenden in den klappernden Schlitten hineinstiegen.

»Passen gut zusammen,« dachte er. »Was kann er gut mit Reden fort und sie — so hübsch, und gewachsen wie so'n schieres, glattes Füllen — ja, ja, man möcht' ordentlich eins überstreichen.«

Hier stockte er, erschrak und schämte sich.

Ach, es war ja das Unglück dieses nachdenklichen Bauern, daß ein schlichter, tiefer Schönheitssinn in ihm lebte, und daß er dieses junge, blühende Mädchen da drinnen von seiner Jugend an als das Übermaß weiblicher Vollendung zu verehren gewohnt war.

»Und wie sie sich in den Hüften dreht,« dachte er bewundernd weiter.

»Hüh,« schrie er wütend dazwischen. Aber im nächsten Moment kehrten seine Gedanken in Wasserstiefeln schon wieder zurück. »Ob Bruno ihr aber auch gut is? Ja, ja, das ist 'ne verfluchte Geschichte, und ob er es auch ganz treu und ehrlich meint?«

»Hüh,« schrie er wieder, und der Schlitten klingelte weiter durch Dunkelheit und Mondschein.