I, Jünging, das is doch ganz einfach — der Mensch muß ebend nach seinem Glück aussehn.

Ja, aber — hum — was is denn nu eigentlich das Glück?

I, das muß doch rauszukriegen sein, was soll es denn groß vorstellen?

Kuck — ich hab's all, dagegen wird keiner was anreden: das Glück is ein großer Haufe Talerstücke.

Jawoll, das is sicher, wer auf so'n mächtigen Haufen sitzt, der sitzt auf einem verdeuwelt hohen Berg, von dem aus er über die ganze Welt fortgucken kann, wenn's ihm Spaß macht. Und wer weiß, ob der Berg, auf den der Deuwel einst unsern lieben Heiland geführt hat, nich auch so ein Haufe Geld war, denn wer das hat, das is doch klar, der hat das Glück einfach so in Wispelsäcke stehen und —

Halt, Jünging — stopp, nich so fix — alles kann man sich schließlich auch nich kaufen. Zum Beispiel die Gesundheit und dann einen anschlägigen Kopf und dann — Liebe. Nein, das is wahr. Die sackermentsche Liebe besonders nich. Wenn ich auch auf einem Wispelsack mit Talerstücken säß, so hoch wie Hollandern sein Speicher, Line würd mich deswegen doch nich lieber haben. — Und dann, was sagen woll die alten, weisen Sprichwörter dazu? »Reichtum macht nich glücklich.« — Kuck, da haben wir's ja. Ich werd' doch nich so dumm sein, gegen ein Sprichwort anlaufen zu wollen. Ne!

Aber, was nu weiter?

Das Glück muß also doch wo anders stecken. Na, wollen eins sehen. — — —

Da fällt mich so ein, wo kommt überhaupt der Reichtum her? Sieh, das is doch 'ne schnurrige Frag'. Der Reichtum is doch nich von Anfang an dagewesen, bei den sechs Tagewerken kommt er nich vor. Er muß also doch erst so allmählich in die Welt gekommen sein, als der liebe Gott die Menschens zur Arbeit verflucht hat, was ja eigentlich gar nich väterlich von ihm war — — — Holl eins an — — — die Arbeit, stopp, Kinding, stopp, das is mir denn doch ganz einleuchtend, daß aus der Arbeit sich eigentlich erst all der Reichtum herschreibt. Und wenn Konsul Hollander so viel Säck' mit Talerstücken stehn hat, wie er hat, dann hat er eigentlich lauter Säcke mit Arbeit dastehen, mit unsre Arbeit, mit fremde Arbeit. Ja, überleg dich mal, darf denn das der Mensch? Darf einer, und wenn er dreist Konsul is, die Arbeit vom andern wegnehmen und auf seinen Speicher stellen? — Pfui, ich würd's nich tun. Ne, mit dem Reichtum bleib mir einer vom Leibe.