Was da allmählich für schnurrige Gestalten vorbeizogen. Der liebe Gott und oll Kusemann, der Kaiser und Line, Malljohann und die Spinne.
Und Hann saß da und nickte nachdenklich hinter ihnen her, und während von unten wieder die Kommandorufe: »Das Gewehrrr über — Gewehrrr ab — das Gewehrrr über!« herauftönten, da merkte der Einsame gar nicht, wie er im Grunde schwere Arbeit verrichtete, eine, die sehr selten geworden, nämlich das Hauptbuch des Lebens umblättern und addieren und subtrahieren und schließlich zu einem Resultate gelangen. Zu einem wirklichen Fazit, das dann wieder ins Leben umgesetzt wird.
Freilich, das kann nicht jeder, es fehlen den meisten ein paar unumgängliche Posten dabei, nämlich Wahrheit und Bescheidenheit.
Aber der eingesperrte »Sozialdemokrat« Hann Klüth, der hatte das Glück, diese friedensstille Zelle zu finden, die sein Vorhaben so sehr begünstigte.
Und so vermochte er's.
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Jetzt is man so alt geworden, und doch is meistens allens schiefgegangen, was man sich in die Kinderjahren und auch später noch vorgenommen und vorgeträumt hat.
Erst hat man sich's im Elternhaus so recht mollig sein lassen wollen, ja, prost Mahlzeit, da is Dietrich Siebenbrod dazwischen gestiegen — nachher hat man doch für sich selbst so'n bißchen was ins Trockne bringen mögen — aber, allens Dummheiten, wie kann ein abhängiger Bootsmann was aufs Trockne bringen? — Zuletzt hat dann das dumme Herz noch was abkriegen sollen, da hat es sich aber zu hoch verstiegen und muß zusehen, wie ein anderer die »sie« im Schlitten abküßt, wenn auch man im Schlaf. — Nee, das muß nun alles hinter einen liegen, einmal muß man doch Schluß machen und vernünftig werden, und jedes Ende hat auch was, so recht was Beruhigendes. Da kann einen nichts mehr irrig machen, denn das Ende is eben — das Ende.
Na ... aber was soll man dann hinterher?