»In einem kühlen Grunde,
Da geht ein Mühlenrad;
Mein Liebchen ist verschwunden,
Das dort gewohnet hat.«

Die Binsen hinter ihr neigten sich und sangen in ihrer Weise mit.

»Merkwürdig,« dachte Hann. Dicht bei dieser Stelle hatte er auch oftmals mit Line gesessen; aber ein herabrollender Kiesel verriet ihn.

Die Sängerin erhob sich und schritt langsam auf ihn zu. Sie schien gar nicht daran zu denken, daß sie auf nackten Füßen ginge.

Beide streckten sich still die Hände entgegen.

Als sie sich so grüßten, erhob sich vom Kirchturm ein Klingen. Die Pfingstglocken begannen zu läuten. Und so feierlich zog es durch die sonnige Morgenluft und über die stille See, daß jedes Wort eine Störung gewesen wäre.

Das fühlten auch die beiden Naturkinder. Wortlos hielten sie sich an den Händen. Eine lange Zeit. Als aber die Glockentöne immer heller und klingender wurden, da geschah etwas Wunderbares.

Mit einer schweren Bewegung schlang Klara ihre Arme um den Hals des Burschen, er sah ihre roten Lippen immer näher den seinen, und dann fühlte er einen langen, langen Kuß.

Seltsam träumerisch war ihm zumute, so ganz anders als sonst. Das Glück, dem er so lange nachgesonnen, schien über ihm zu sein.

So merkte er erst geraume Zeit später, wie ernst das Mädchen ihn dabei anblickte. So tief, so — —