Wieder zögerte sie und strich ein paarmal über seine Hand.

»Weil — weil es noch nicht gut ist — nur noch eine kurze Zeit. Hörst du?«

Diese Weigerung, die Klara schon öfter vorgebracht, vermochte er nicht zu begreifen: »Ja, aber,« stammelte er, »willst du mir denn nie erklären, warum — —?«

Er unterbrach sich, denn das Mädchen hatte wiederum ihren Kopf an seine Schulter gelehnt und hielt ihm die Hand vor den Mund, damit er nicht weiterforschen sollte.

»Ich erklär's dir schon mal,« beschwichtigte sie ihn, »vielleicht bald — — vielleicht sehr bald.«

Das war ihm nun unfaßlich und nicht im entferntesten ahnte er, welch feiner Regung der Entschluß seiner Verlobten entsprang. Sie war überhaupt ein nachdenkliches Wesen.

Davon erhielt er manchmal sonderliche Proben.

Inzwischen war Pfingsten herangekommen. Die Seewiesen funkelten von Tautropfen und gelben Marienblumen. Der Landwind führte Heideduft über das atmende Meer. Als Hann am ersten Feiertagsmorgen durch das wogende, tiefe Gras schritt, da entdeckte er an einer zum Bodden abfallenden Stelle zwischen Strandsteinen und Heideblumen einen braunen Kopf hervorlugen.

Den kannte er. Er hielt inne.

Sie saß ihm abgekehrt, plätscherte mit nackten Füßen in dem anspielenden Wasser, und während ihre Hände ruhig auf dem Schoß ruhten, summte sie, halb gedankenlos, ein paar Liedstrophen: