»Du möchtest wohl auch all das haben,« brachte er endlich mit Mühe hervor. »Die Equipage und die Diener und das Schloß und — und das alles? — Wie?«

Da brach aus ihren schwarzen Augen ein beinah feindlicher Strahl, als sie den Kopf in den Nacken warf und trotzig erwiderte, man könne ja nicht wissen, vielleicht bekäme sie das alles einmal. Es wären ja im Maupassant ebenfalls Mädchen geschildert, die nichts als ihre Schönheit besessen, und schließlich wären sie doch in eigenen Equipagen gefahren. »Du, nicht so, das ist doch möglich?«

Sie drehte sich ein wenig vor dem Spiegel und legte erwartend den Finger an die Lippen.

Ach, es war ja diese Abenteuerlust, die so stark in ihm widerhallte, dieses Vagantenblut, das in beiden jungen Menschen summte, das war es, was sie nicht auseinanderkommen ließ.

Ihre Gier, ihre Sucht nach Gold und Wohlleben hatten ihn im Moment angesteckt, mit einem raschen Schritt trat er auf sie zu und preßte ihre Hand: »Du hast recht, Line, wenn man nur Mut hat, nur Mut, dann erreicht man das alles — alles.«

»Ja, ja, nicht wahr?« sagte sie erfreut und blickte ihn beinahe zärtlich an.

Beide schwiegen nun eine Weile, beide spähten sich forschend in die Augen, als warteten sie, der andre solle zuerst das Wort sprechen, das diesen drückenden Bann zu lösen vermöge.

Doch die Furcht war stärker, als der glimmende Brand. Langsam, mit einer feinen Falte des Unmuts zwischen den Brauen, wandte sich Line endlich ab, zuckte ein paarmal die Achseln nach ihm, schnippte mit den Fingern, summte etwas und lief endlich in die Küche.

Der Zurückgebliebene fand sich allein.