I
Der Bodden lag in fauler Ruhe, wie ein träger Junge, der hinter der Schule eingeschlafen. Wenn das Boot, das an der Hafenmauer angeschlossen lag, ein wenig knarrte, dann war es, als ob die See in der prallen Sonnenhitze schnarche.
Der Lügenlotse und Hann saßen an der Molenspitze und angelten. Und alle Augenblicke zog oll Kusemann unter schlauem Augenblinzeln ein zappelndes Barschlein aus der Flut und barg es sorglich in einem Wassereimer, der hinter ihm stand.
»Föfteihn,« schmunzelte er.
Nun wußte Hann zwar ganz gut, daß es nur zehn wären, doch er ließ seinen alten Kumpan gewähren.
»Wie machst du das?« fragte er nur nach einiger Zeit, während der er nachdenklich auf die funkelnde Scheibe gestarrt hatte.
»Hörst nicht?« erwiderte oll Kusemann stolz, »ich pfeif'.«
Er gab einen zischenden Laut durch die Zähne, so daß Hann lächeln mußte.
»Und darauf beißen sie an?« fragte er langsam.
»I woll, darauf sind sie dich ganz versessen. Aber 's gehört Kunst dazu. Pass' eins auf.«