Er befestigte einen frischen Wurm an dem Haken, spuckte darauf, und nachdem er von neuem ausgeworfen, harrte er, bis der Kork ein wenig zu zittern begann.

Jetzt pfiff er und zog im selben Augenblick einen stattlichen Dreipfünder aus der See.

»Wat sagst nu, Flesch?« fragte er triumphierend und klopfte seinen Gefährten herablassend auf die Achsel.

Und wieder mußte Hann über die harmlose Tücke des Alten den Mund verziehen.

»Schön,« lobte er.

»Na, siehst,« brummte oll Kusemann sehr befriedigt.

Aber das Gespräch wollte nicht weitergehen.

War es die Glut, die ordentlich summend über das Wasser schlich, oder hing Hann anderen Gedanken nach, jedenfalls gewahrte der Lügenlotse mit Mißbehagen, wie sein Freund allmählich die Angel unter das Knie schob, um dann seine Augen unverwandt auf eine volle weiße Wolke zu richten, die zackig und blendend an dem blauen Horizont emporstieg. Aber diese Gleichgültigkeit verletzte oll Kusemann im Innersten, denn Nichtangeln erschien ihm direkt als ein Charakterfehler. So hustete er denn ein paarmal, spuckte ins Wasser, rückte hin und her und brummte endlich, als alle Versuche mißlangen, in sich hinein: »'s is nichts mehr los mit Hann. So macht er es all öfter. Na wart eins, mein Jünging.« Plötzlich schwenkte er aus Leibeskräften seine Mütze: »Line,« schrie er, wie besessen.

»Wer? — ja — wo?« fuhr der Träumer erschreckt herum.