»Je, ich meinte man,« sagte der Lotse stillglücklich über die gelungene List, »sie wär' ein hübsch' Mäten.«
Hann sah ihn an, wurde blutrot, senkte den Kopf und kehrte sich wieder seiner Wolke zu.
»Da soll doch ein Donner reinschlagen,« dachte oll Kusemann, als das Schweigen wieder anhob, »aberst ich weiß ja, er is ein Phi — und so weiter, ich muß ihm woll näher aufs Fell rücken.«
»Hanning,« fing er bedächtig an, während er sich ein Stück Priemtabak schnitt, »ich kenn einen, den du auch kennst, der das Pfeifen noch viel feiner versteht, als ich. Weißt, wer das is?«
»Nein,« warf der Gefragte achtlos hin.
»Dein Bruder Bruno.«
Und der Lotse, der unter seinen gesenkten Lidern nach dem Burschen hinschielte, hatte die Genugtuung, daß sein Genosse unmerklich zusammenzuckte.
»Wieso?« fragte er plump.
»Ja, mein Jünging, ich wundre mich, daß du das nich weißt,« fuhr der Alte mit großer Behaglichkeit fort, »ich dacht mich nämlich, du müßtest das wissen, wie fein der angeln kann, solche hübschen, schlanken zappligen Dinger. Na, aber, wenn du dich nich mehr erinnern kannst, dann will ich dich gern draufbringen. — Hm, ja, siehst du, — es mag ja jetzt wohl so ein Stückener acht Wochen her sein, so ein paar Tag' nach Pfingsten, da war ich gegen Abend in der Stadt bei meinem Swager Bönhase, der die Kneipe am Rick hat. Na, und du weißt, ich bin ein Gutmütiger und kann Zureden, noch dazu von Verwandte, man swach widerstehen. Da hab ich denn en paar Glas mehr getrunken, — aus purer Gutmütigkeit — und weil mich mein Alwining das später immer anriechen tut, so bin ich nachher ein bischen auf den Wall spazieren gegangen, um mich die Geschichte auszulaufen.«
»Mach rasch,« murmelte Hann dazwischen, dessen Augen immer größer und ängstlicher auf dem andern ruhten.