»Kommt allens,« beruhigte oll Kusemann und rückte erst sorglich an seiner Angel. »Ümmer eins nach dem andern, sagte der Voß, als er die Küken auffraß — na also, als ich da so in der Dunkelheit unter den Bäumen geh, denn die Kastanien machen da hellisch duster, potztausend, da seh' ich auf einmal auf einer Bank — —«

»Bruno und Line,« stammelte Hann, dessen Gesicht kupferbraun geworden war.

»Sieh, wie fein du das raten kannst,« gab der Lotse schmunzelnd zu, spitzte den Mund und schmatzte in der Luft umher, als ob er unsichtbare Küßchen austeile, »aber sie hatten es damit gar zu eilig, denn sonst müßten sie mir und noch jemanden andern bemerkt haben, der da in dem Gestrüpp an der alten Mauer stand und mit langem Hals nach den beiden rüberkuckte. — Weißt, wer das war?«

Die Angel von Hann fiel hinunter und oll Kusemann mußte zugreifen, um sie noch im letzten Augenblick zu fangen.

»Das weißt du auch?« quoll es erschreckt aus dem Burschen heraus, während er die Mütze abnahm, um sich den Schweiß zu wischen.

»Ja,« entgegnete der andere und zerriß umständlich einen allzulangen Wurm, »wenn du wieder eins an solche Stellen gehst, Hanning, dann mußt du dich nich die Mütze mit den goldnen Tressen aufsetzen. Ich hab' Erfahrungen, die Dingers sünd zu verräterisch.«

Hann glotzte den Erzähler an, dann blickte er wieder verdüstert in die Flut hinunter, durch welche die feinen Furchen des gelben Sandes deutlich hinausschimmerten, und versuchte endlich vor dem Aufhorchenden eine Erklärung zu stottern.

Er wäre an jenem Abend in der Räucherei in der Stadt gewesen, Heringe abzuliefern, und da habe er das Paar plötzlich in größerer Entfernung vor sich gesehen. Nur um sie einzuholen, wäre er ihnen nachgegangen, und als sie sich später auf dem Wall befunden, da wäre alles so gekommen, wie es oll Kusemann eben vorgebracht. Er selbst — Hann — sei dann unbemerkt wieder die Böschung des Walles hinuntergestiegen.

»Je, dann sind sie woll verlobt?« fragte der Lotse lauernd.