»Mußt mich was versprechen.«
»I, gern.«
»Nich drüber reden, was wir heut hier erzählt haben.«
»I, wo werd' ich? — Aber sieh, Hann« — und der Lügenlotse streichelte halb zärtlich, halb verschämt über das Knie des Burschen — »da hat eure kleine Spitzhündin neulich geworfen, — und sieh, wenn du mich so einen von die lütten Spitze geben würdest, ja, dann würd' ich noch einmal so gut dran denken, denn ich bin sehr vergeßlich.«
Hinter den Wassern murrte es deutlicher.
»Das wird tüchtig,« meinte oll Kusemann, als die beiden Angler sich erhoben, um die Schnuren aufzuwickeln. »Na, kann ich mich den lütten Spitz holen?« — Und als Hann wortlos genickt hatte, da faßte der Lügenlotse den jüngeren zufrieden unter den Arm und knurrte: »Ich tu' es eigentlich bloß zu deinem Vorteil, Hann, denn sieh, es is gut, wenn der Mensch ein Erinnerungszeichen hat. Aber nu komm, es wird tüchtig.«
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Und es wurde tüchtig.
Über der Stadt, ganz dicht auf den Dächern hatten sich die Wetterschlangen ihr schwarz-blaues Nest gebaut. Und nun fuhren die roten Nattern herab, lustig, tänzelnd, schlängelnd, und wenn sie an den Fenstern der Städter vorbeizuckten, dann wisperten sie ihnen mit tückisch-glühenden Augen etwas zu: »Kuck, Dirning,« zischelte eine, während sie vor dem Fenster tanzte, hinter dem Fräulein Dewitz und Line saßen, »da unten geht er, an den du denkst. — Aber mußt es ihm sagen — sagen — sagen —. Wissen werden es doch bald alle, wissen — wissen. — Mach schnell — zisch!«