Heute sollte ihm jedoch beides erspart bleiben.
In des Theologen eckigen Zügen arbeitete eine Verklärung, wie man sie sonst fast niemals an ihm wahrnehmen konnte, und als er jetzt auf den Jüngeren zuschritt, um dem Bruder, der sich vor Müdigkeit und Erschöpfung auf einen Stuhl niedergelassen, die Hand zu schütteln, da leuchtete soviel Freude aus seinen Augen, daß es dem Sitzenden trotz seiner Gebrochenheit auffiel.
»Paul, was ist dir?«
»Was Gutes.«
»Aber was?«
»Ich bin zum Pastor gewählt — zum Strandpastor auf dem Walsin, Junge.«
Die Stimme des Sprechenden zitterte vor Bewegung, und dann setzte er noch hinzu, jetzt wäre also das Ziel erreicht, das dem alten Lotsen Klüth während seines ganzen Lebens vorgeschwebt. Wenn der das noch gesehen hätte, »und dich, Bruno, der du doch auch auf dem Wege bist.«
Der neue Pastor stockte, denn er gab sich nicht gern solch weichen Erinnerungen hin, aber noch immer hielt er die Hand des anderen, und so merkte er wohl kaum, daß sich das Haupt des Sitzenden tiefer und immer tiefer neigte, bis die Stirn fast die Finger des Geistlichen berührte. Aber ehe Paul noch ein Wort des Befremdens hervorbringen konnte, sprang der Jüngere unvermittelt auf und riß den Strandpastor stürmisch an seine Brust. Paul mußte über das aufbrausende Temperament des jungen Kaufmanns lächeln. Und doch tat dem Harten eine solche Liebkosung wohl.