Dann zahlte er und trat wieder in den Sommerabend hinaus.

Merkwürdig, der Platz war wie ausgestorben, auch die anstoßenden Straßen schienen leer. Bruno hatte plötzlich das Gefühl, als ob er gar nicht hierher gehöre, sondern ausgestoßen, an einem unbekannten Orte weile.

Dort die roten gotischen Häuser, um die die Abendschatten webten, er blickte zu ihnen hinüber, befremdet, als sähe er sie zum erstenmal.

Wohin nun?

Nach Haus — natürlich, nur zurück in das kleine Zimmer, und dann schlafen und alles vergessen.

Als er das Geschäftshaus wieder erreicht hatte, da stand ein Schreiber unter dem Torweg. Der trat dem Prokuristen ehrerbietig näher und teilte ihm mit, daß oben auf dem Zimmer des jungen Herrn ein Fremder auf Herrn Klüth warte.

Bruno stutzte einen Moment, dann stieg er teilnahmlos und ohne Neugierde die Stufen hinauf.

In dem Zimmer brannte noch die kleine grüne Lampe. Und als der junge Kaufmann öffnete, da sah er mitten in dem Stübchen einen schwarzgekleideten Mann, der ihm den Rücken kehrte und sich jetzt rasch wandte.

Es war sein Bruder Paul.

»Du?« fragte der Ankömmling enttäuscht und zugleich etwas erschreckt, denn das Erscheinen des Geistlichen versetzte ihn, seitdem er soviel vor dem Älteren zu verbergen hatte, stets in Angst und Unruhe.