Laut und fest tönten ihre Tritte auf dem Pflaster, und dem Zurückbleibenden war es, als müßte er sich an diese weichende schwarze Gestalt klammern und sie zurückhalten, um jeden Preis. — Als er aufblickte, stieg der Mond gerade über das Gehöft. Alle Zacken und Spitzen ränderte er silbern, und langsam rollte sich ein Lichtteppich über den Hof. »Natürlich,« sprach Bruno zu sich selbst, »es muß ja wieder hell werden.« Und in dem Augenblick war er getröstet.
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Das war ein Sonntag, den die Klüths nie vergaßen. Solange sie lebten.
Als längst alles zerschlagen war, kein Stück mehr auf dem anderen stand, Särge in den Gräbern schon morsch geworden, und nur der heulende Wind hinüber und herüber bangen, sehnsüchtigen Herzen Kunde trug, da dachten die einzelnen noch immer an diesen Tag und stückelten ihre Erinnerungen zusammen. — —
Die Sommersonne guckte so friedlich an jenem Morgen in das Altjungfernstübchen, als wollte sie selbst noch einmal jeden Lackstuhl besonders polieren.
»Blank — blank — blank,« summten ihre Strahlen. Und Fräulein Dewitz selbst sah so sauber aus, wie kaum jemals zuvor und niemals wieder nachher.
Sie las aus der Zeitung vor.
Und Line stand vor dem Spiegel und steckte sich eine rote Schleife an. Froh wie selten in den letzten Tagen. Sie beobachtete sich selbst mit Erstaunen. Sie wurde immer hübscher. Sie drehte und wandte sich. —
»Höre, Lining,« las die Handarbeitslehrerin kopfschüttelnd: »Ganz fett gedruckt steht es hier. Die Amerikaner haben dem spanischen Admiral Cervera alle Schiffe in den Grund gebohrt. Er selbst ist ins Wasser gesprungen, aber sein Sohn hat ihn gerettet. Das muß doch ein tugendhafter junger Mann sein. Aber wie gesagt, ich mag die Amerikaner einmal nicht leiden. Solche Republikaner halte ich für ein sehr wildes Volk.« Hier wurde sie unterbrochen, denn es klingelte.
Bruno trat ein.