»Lasset die Kindlein zu mir kommen,« sprach sie, wie geistesverloren vor sich hin. Aber sie war so matt, daß sie keinen Schritt machte, sondern mit hängenden Armen stehen blieb.

Gleich darauf fühlte sie sich hart am Arm ergriffen, umkrallt, so daß sie hätte schreien mögen; ganz nahe blitzten die finsteren, mißtrauischen Männeraugen in die ihren.

»Wozu sagst du das?« hörte sie seine vor Aufregung heisere Stimme, »überhaupt du warst stets so viel mit ihm zusammen; ohne Umschweife, ich traue dir nicht. Und was trägst du da im Bündel? Ich will es jetzt wissen.«

Er streckte die Hand danach aus, aber sie hob ihre Schätze hoch in die Höhe.

Dann begann sie plötzlich aufzulachen, höhnisch und verzweiflungsvoll, und als sie sich zur Seite wandte, gewahrte sie, daß zum Fenster bereits schwarze Nacht hereinsah.

Unterdessen drang der Strandpastor zum zweitenmal auf sie ein. Noch drohender als vorhin.

Ja, sie merkte es, es war alles verloren, alles stürzte zusammen, hier war ihre Ruhestätte nicht.

Aber draußen lugte die Nacht herein und rief und rief.

Da streckte sie ihm mit einer wilden Bewegung ihr Tuch entgegen.