In der unwegsamen Nacht, bei dem heulenden Winde, der Stoß auf Stoß gegen die Mühle fegte, starrten die beiden Menschen zueinander herüber, beide das Licht segnend, das tröstliche, göttliche, ohne das sie sich nicht gefunden hätten. Aber es war nur der erste Augenblick, der in dem gejagten, jungen Geschöpf friedlichere Gefühle wecken konnte, dann stemmte sie sich mit beiden Armen über den Balken, auf dem sie lehnte, und ohne auf ihre triefenden Röcke zu achten, rief sie zu ihrem Retter hinüber, in einem Ton, der deutlich erkennen ließ, daß sie jedes Einmischen in ihr Leben mit Feindseligkeit zurückweisen würde: »Hann, was willst du hier?«

»Lining, bist du's?«

»Du siehst ja.«

Ein Atemzug der Erleichterung kam von Hann.

Der Leuchtkäfer kroch wieder einen Schritt näher, seine Strahlen trafen die Füße des jungen Weibes und ihre Röcke, von denen das Wasser herableckte.

Hann zuckte zusammen, als ob ihm etwas wehe täte, und seinem natürlichen Sinn leuchtete sofort ein, was er hier etwa verhindert haben könnte.

Schwerfällig hob er die Laterne und gedachte auch das Gesicht der früheren Hausgenossin, die er bewußt oder unbewußt so lange entbehrt hatte, zu erhellen, da rief sie wieder, nur schärfer, erbitterter und ganz in dem Gefühl, daß sie sich gegen das Mitleid dieses Bauern zu wehren hätte: »Hann, wie kommst du um diese Zeit auf die Landstraße? — Was machst du hier?«

»Ich? — O Lining — —«