Ihr schwindelte, die Mühle wankte einen Augenblick vor ihr auf und ab, die Nacht tanzte vor ihr, so daß sie sich auf den Balken setzen mußte. Zorn, Todesangst und Erschöpfung hatten ihr alle Sehnen durchschnitten, kraftlos sanken ihre Hände gefaltet in den Schoß und ihr Haupt neigte sich zur Seite, so daß Hann erschreckt es mit beiden Händen stützen mußte.

»Zu Mudding?« murmelte sie traumverloren.

»Ja, Lining, oder zu Paul.«

»Komm her, Hann, ich will dir was sagen.«

Und als er sich zu ihr hinabbeugte, näherte sie den Mund seinem Ohr, um ihm etwas zuzuflüstern. Doch unvermittelt hielt sie inne.

»Stell' die Laterne erst hinter uns.«

Still folgte er ihr.

So hockten nun beide zitternd da, vor ihnen Nacht und hinter ihnen das Licht. Dann näherte sie ihre Lippen von neuem seinem Ohr und flüsterte etwas. Erst stockend, dann heftiger, zum Schluß zornig, wie eine Anklage. Es war der Grund, warum sie für immer von einem Pastorenhause getrennt war — es war ihr Schicksal.

Hann saß da, still und geduckt, und sank immer tiefer in sich zusammen. Er nickte und nickte, und so oft sie, ihn beobachtend, eine Pause machte, nickte er stärker, wie jemand, der etwas Freudiges oder Natürliches hört. Über dem armen Burschen war jetzt die Stunde, wo das menschliche Herz langsam anfängt zu bluten, um nie mehr ganz zu verharschen.

Aber er nickte immer ernsthaft und beistimmend.