»Kann ich zurück?« fragte sie am Schluß.

»Lining,« erwiderte er mit halber Stimme, »über die Frage muß ich mich wundern. Wozu is ein Elternhaus da, als daß es Gutes und Schlechtes aufnimmt? Wär' es anders, könnt' es mich gestohlen werden. Komm, Lining.«

Eine Viertelstunde später hörte man die Ruder auf dem Fluß klatschen. Hann führte seine Pflegeschwester heim. Als ihr Fuß die Schwelle berührte, zuckte sie zurück, und noch einmal schien ihr die Nacht lieblicher als die fischdurchduftete Engnis, aber Hann schob sie sanft auf den Flur.

Rabenschwärze lagerte hier.

Furchtsam drängte sich die Heimgekehrte an ihn. — Und als er leise — leise die Tür schloß, damit Mudding nicht gestört würde, da fühlte er plötzlich unter Herzklopfen, wie eine weiche Hand über seine Wange fuhr, und wie neben ihm etwas leise aufschluchzte.

»O Lining,« murmelte er zerschmettert.

Allein ihre Zerknirschung dauerte nur einen Moment, dann vernahm der Fischer, wie das Mädchen, das er in der Finsternis nicht sehen konnte, rasch aufatmete und mit Bestimmtheit fragte: »Hann, was du mir versprochen hast, das bleibt so?«

»Natürlich, Lining.«

»Gut, dann gehe ich jetzt nach oben, in meine alte Kammer. Und morgen spreche ich mit Mudding. — Gut' Nacht.«

»Gute Nacht, Lining, schlaf wohl, es is die erste Nacht, die du wieder bei uns schläfst, hörst du?«