Hier brach sie ab und preßte die Lippen zusammen und wandte ihren Blick zornig auf Hann, als ob der an all dem Scheitern ihrer Pläne schuld wäre.

Das verwirrte den braven Burschen vollends. »Aber ich dachte — — ich wollte fragen,« stotterte er, »ob du ihm noch gut bist? Lining, darf ich das fragen?«

Da erhob sie sich rasch, warf den Kopf in den Nacken, und während sie rasch das Fenster schloß, lachte sie ärgerlich auf: »Du bist und bleibst ein Dummerjahn, Hann. Laß mich zufrieden.«

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Auch in anderen Dingen stellte sich immer mehr heraus, daß Line für das innerste Sinnen und Trachten des ihr so ergebenen Fischers gar keinen Sinn besaß. Ja, daß sie es förmlich darauf anlegte, die Scheidewand zwischen sich und dem Dorfphilosophen immer höher aufzurichten.

Bei zwei Ereignissen empfand dies der arme Hann, dessen harter Kopf es durchaus durchsetzen wollte, daß seine Märchenprinzessin sich bei ihm wohl fühle, besonders bitter.

Der August neigte sich bereits seinem Ende.

Eines Sonntags nachmittags — Hann saß gerade in einem Winkel seines Bodenverschlages und las mit Behagen Fritz Reuter, den ihm der Hafenmeister geborgt hatte, da bemerkte er aus der Ferne, wie eine schöne Frauengestalt in blauer Krankenschwestertracht den Wiesenpfad einschlug, und an seinen eigenen mächtigen Herzschlägen fühlte er, daß es Klara Toll sein müßte. Rasch sprang er auf, lief mit hochrotem Kopf zu Line hinunter, die müßig, wie stets, auf ihrem Lager schlummerte, und so groß war seine Erregung, daß er seine Scheu vor der Hingestreckten vergaß und sie leise am Arm zupfte.

Der Schlaf hatte ihre Wangen rosig gefärbt, es sah lieblich aus, als sie jetzt langsam die schwarzen Augen öffnete.

Sie mußte gut geträumt haben, denn sie lächelte ihn an.