An der Küchentür aber lehnte ein anderes Weib. Das streckte wie abwehrend ihre Hand gegen den anstoßenden Raum, aus dem etwas gegen sie anzog, wie eine zwingende Macht, und ein paar blutlose Lippen murmelten: »Nicht — nicht —«

Am Abend saß Line auf einem Strandstein. Der ragte massig und einsam über die Wiesen hinaus. Am Himmel zitterten die Sterne, zu ihren Füßen plätscherten kleine Wellen. Die liefen geschwätzig zu ihr hin, und wenn sie von ihrem Fuß zurückgestoßen wurden, dann drängten sie sich doch wieder heran, immer lispelnd, flüsternd, immer dasselbe eintönige Wort: »Armer Hann.«

Das junge Weib seufzte und strich sich die Haare zurück, die der Seewind löste, und sah in die runde, matte Scheibe hinauf.

Der Mond stand voll.

Jetzt war's also die Zeit, wo die Hexe ihre Stäbchen zusammenband.

Das junge Weib schüttelte sich und stieß wiederum einen lauten Seufzer aus.

Eine Stimme rief aus der dunklen Katenhütte: »Lining — Lining — wo bist du? — Die Abendluft tut dir nich wohl.«

Da sprang die Versteckte auf, führte den Finger empor und schleuderte unmutig einen Tropfen von sich, der sachte durch die Wimpern geronnen war.

Dann lief sie auf Umwegen, und zwar so, daß die herantappende dunkle Gestalt sie nicht halten konnte, in das Haus.

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