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So kam die Kiste in Lines Besitz.
Sie lag vor dem Holz, als Hann auf See weilte, auf den Knien und wühlte in den Andenken und Büchern herum, wie in einem anderen, reicheren Leben. Immer tiefer!
Ja, Fräulein Dewitz hatte recht geurteilt. Diese Bücher kamen der Verlassenen jetzt wie vornehme Herren vor, die in die Fischerhütte traten, um mit der schönen Dirn Kurzweil zu treiben.
Als Hann abends nach einem Sturmtag müde zu ihr ins Zimmer trat, wie ein borstiges, nasses Ungeheuer, tief in Pelze gehüllt, da fand er sie mit glühenden Wangen auf der Tischkante sitzen, ein Heftchen in der Hand. Das Licht stand neben ihr. Ihre Augen blitzten.
Hann blickte sich um. Diesem Anblick gegenüber fühlte er sich hilflos. Was bedeutete das?
»Hann,« stammelte sie, noch völlig verwirrt.
In seiner Unsicherheit dachte er ihr etwas zu erzählen. Er fuhr an seinem triefenden Pelzwerk herunter, stotternd: »Unser Boot hat Wasser gezogen. Klaus Muchow und ich, wir haben beinah eine Stund' im Eis gelegen — ich möcht' was Warmes.«
Aber sie verstand die Seenot im ersten Augenblick gar nicht.
Da regte sich bei dem Frierenden Unwillen über ihre Teilnahmlosigkeit.