»Kinnings,« schmunzelte er und lehnte sich an den Herd, denn das Riesenpaar trank gerade gemeinschaftlich mit seinen Mietern Kaffee. »Ich komm', euch einzuladen. Die Schauspielers sind angekommen. Mein Alwining hat die Bodenkammer wieder an den Direktor Türkow und seine Braut vermietet. Oder auch seine Frau. Genau weiß ich das nich. Aber es sind sehr anständige Leute. Haben nich mal einen Ofen verlangt. Und was sie is, sie is umgänglich. Und in dem Päplowschen Saal wird heute gespielt. Sie belernen sich schon, daß es bloß so raucht. Kuckt! Alpenkönig und Menschenfeind. Ich spiel auch mit. Einen Geist oder so was. Und mein Alwining macht eine Hex'. Alles ganz natürlich.«

»Eierkauken,« sprach Klaus Muchow, der inzwischen den Zettel angestaunt hatte und jetzt zärtlich über das Papier strich: »Eierkauking.«

»Ja, ja,« nickte Frau Fiek, »so was mag er gern. Und wenn es man halb so graulich is, als die Geschicht' von dem alten Räubervater im Hungerturm — weißt noch, Klaus, wo wir unsere Latern dazu haben borgen müssen? — denn kann es mich auch gefallen. Dazu kommen wir.«

Am Nachmittag begann sich Line zu putzen. Ganz verstohlen vor dem Spiegel, hier ein Schleifchen und dort eine Brosche. Währenddessen saß Hann hinter dem Ofen und krümmte sich vor Reißen. Die Stunde im Eise hatte es ihm angetan. Er sah auf seine Gefährtin hin und sprach kein Wort.

Jetzt flimmerte draußen auf der Dorfstraße eine einsame Petroleumlaterne auf. Sie warf ihren Schein in die halbdunkle Kammer.

Da hielt sich Line nicht länger.

»Kommst du nicht mit?« begann sie abgewandt, wobei sie sich an der Kommode etwas zu schaffen machte. Hann rieb an der schmerzenden Schulter.

»Wohin?« fragte er kurz.

»Nun, du weißt doch. Ins Theater.«