»Jung, bist du dumm? — Was kuckst du so in den Haufen? Steh gleich auf!«

Line wendet das Köpfchen und schielt zu ihrem Begleiter hinüber. Aber der bleibt fest. Er ist stolz, sich vor seiner Dame einmal zeigen zu können.

Er rührt sich nicht.

»Hann!« brüllt Dietrich plötzlich kirschrot, denn er begreift, und die Nase beginnt so merkwürdig zu zittern und zu funkeln, daß beide Kinder in ein befriedigtes, höhnisches Gelächter ausbrechen.

Siebenbrod reißt den Jungen in die Höhe: »Verfluchtiger Lümmel, willst du woll?«

»Laß los,« schreit Hann wütend dagegen. Aber die Habichtkrallen des andern geben ihn nicht frei. Sie wirbeln ihn vielmehr im Kreise umher, wie ein altes Kleidungsstück, das von dem Trödler von allen Seiten betrachtet werden soll.

Entsetzt springt jetzt auch Line in die Höhe.

Das bedeutet keinen Spaß mehr. Dietrich ist gewiß wieder betrunken.

»Laß ihn los,« will auch das kleine Kind rufen, aber der Laut bleibt ihr in der Kehle stecken.

Starr, gebannt, mit weiten, erschreckten Augen muß sie das Begebnis mit ansehen.