»Bist du auch wieder einmal da?« sprach Hann mit schöner philosophischer Ruhe, denn das ist der oberste Grundsatz der Gilde, zu der Hann gehörte, sich durch nichts aus dem Text bringen zu lassen. »Wie geht's?«
Aber ich konnte mich noch immer nicht von meiner Verwunderung erholen, und so rief ich denn einmal über das andere von meinem Bock hinab: »Menschenskind, nu sag' mal bloß, was machst du denn eigentlich hier?«
»Ja,« sagte Hann in seiner erschöpfenden Weise, »ich nehm hier den Leuten für einen guten Gedanken, den nich ich, sondern eine andere gehabt hat, das Geld ab. Es macht für jeden von euch fünf Pfennig und für den Wagen dreißig.«
»So is es,« schoß oll Kusemann wehmütig dazwischen, wobei er ausspuckte. »Und es is ein hübsches, ruhiges Geschäft, wobei er nich so mager wird, wie gewisse andere Leute, sieh mal da — —«
Damit zeigte er nach der Stelle am Ufer, wo früher das unscheinbare Häuschen der Klüths gestanden hatte, das in den Zeiten der Not an einen Bartscherer verkauft worden war.
Wie war das jetzt hübsch herausgeputzt, mit einem Anbau versehen und hell angestrichen.
»Das mußt du mir erzählen,« rief ich und sprang kurz entschlossen vom Wagen, von dem nun auch oll Kusemann unter Ach und Weh heruntergeklettert war. So blieb denn nur der alte Mistkutscher, den Professor Asmus Zeit seines Lebens für einen Gott gehalten, auf seinem Gefährt, und er nickte schlotternd vor sich hin, stierte geradeaus zwischen den Köpfen seiner vier Pferde hindurch und ließ endlich die Worte fallen: »Na, denn laß dir von Hann erzählen. 's is ein Mensch. Und das is nich wenig. Und vielleicht wirst dir aus seinen Reden einen Vers machen, wie es oft ganz anders kommt, als man so meint. Denn, Jünging, die menschlichen Meinungens kommen auch in die Jahren und verfaulen, und 's wär' gut, ich hätt' eine Menge von diese verfaulte Dinger all hier in meinen Wagen. Na, aber nu werd' endlich klug.«
Dies hervorkeuchend, trieb er seine Gäule über die Brücke und richtete sich auf und schwang, weit ausholend, die Peitsche.
— — — — — — — — — — — — — — — —
— — — — — — — — — — — — — — — —