In der bloßen Hand. Aber das schadete nichts.

»Nu iß, mein Döchting,« sagte die starkknochige Frau, die mit nackten Füßen und hochaufgeschürzt herumging, denn aus dem kleinen Schiff wurden von zwei halberwachsenen, strohblonden Söhnen der Frau Dörthe ununterbrochen Kartoffeln über das Landungsbrett gekarrt und draußen in Säcke gefüllt. Wenn es zu langsam ging, dann sprang Frau Dörthe selbst entschlossen hinzu, um ihren beiden Sprossen je einen freundlich-aufmunternden Puff unter die Rippen zu versetzen.

»Au, Mudding, das tut jo weh!«

»Das soll es ja auch. — Man immer zu.«

Und das Karren ging weiter.

So hielt sie alles im Gang. Nur ihr Mann hockte in einem braunen, fellartigen Anzug auf dem Kajütendach und spielte, ohne sich um etwas zu kümmern, die Handharmonika.

Eine andere Beschäftigung hatte nie einer bei ihm wahrgenommen, und man verlangte sie auch nicht. Denn bei der großen Flut war ihm bei einer Rettungsarbeit ein Balken auf den Kopf gestürzt und hatte ihm den klaren Verstand eingeschlagen. Frau Dörthe aber, obwohl sie ihn erst nach dieser Zeit geheiratet hatte, war dennoch felsenfest überzeugt, daß Malljohann, wie er in Moorluke genannt wurde, ein tiefsinniges und nachdenkliches Haupt und auf dem Gebiete der Handharmonika ganz einzigartig dastehe.

Malljohann saß und spielte —

»Judemädel, wasch dich, kämm dich, putz dich schön,
Denn wir woll'n zum Tanze geh'n.«

Der Walzer, von der Harmonika mit Glockenspiel vorgetragen, klang laut und scharf über den stillen Fluß und mußte auch in die Krankenstube hinaufdringen. Von oben antwortete auch sogleich ein schriller, ächzender Wehlaut.