»Hör eins« — mißbilligte er — »was is das mit der lütten Dirn? Den ganzen Tag steckst du mit ihr zusammen. Is sie deine Braut?«
»Was, oll Kusemann?«
»Ob sie deine Braut is?«
Der Junge wurde dunkelrot. Er ahnte selbst nicht, warum. Am ehesten hielt er diese Frage für eine neue Entwürdigung.
»Na, ich mein, — na, wie soll ich dich das klarmachen? — Küßt du ihr denn? — Und faßt du ihr manchmal liebreich um? Und wenn sie eins 'n Schnupftuch verliert oder 'ne Schleife, steckst du das zu dich und hast dir damit?«
Hann hörte furchtsam zu. All das, was der alte Lügenlotse jetzt anführte, flößte ihm eine ungeheure Furcht ein. Das Schnupftuch, die Schleife, das Umfassen, alles. Eine ängstliche Neugierde erfaßte ihn.
Hastig schüttelte er seinen plumpen Kopf.
»Na, dann will ich dir was sagen,« ermahnte der Alte, »wenn du das Ding so gern leiden magst, dann mußt du fix machen — denn später« — er schüttelte bedenklich das Haupt — »sie is 'ne kleine Hex, wer weiß, was später mit ihr los is — ob sie dich dann noch will? Verstehst du auch, du lütter Dämlak, was ich mein?«
»Ne, oll Kusemann, ich versteh' dich nicht.«
»Na, dann paß auf, der Umgang zwischen Männliche und Weibliche is nämlich sehr schnurrig — hör zu, ich will dich das erklären: Siehst du, da gibt es nämlich Männers, die von allen, aberst ich sag' dir, auch von allen Weibers geliebt werden, und die dabei gegen Damens sehr stolz sind. — So einer bin zum Beispiel ich. Ich weiß auch nicht, wie es kommt. Aber es is so!