»Ein alter Professor drin aus der Stadt sagte mich mal, es liegt an dem Geruch. — Wie gesagt, ich hab' da noch nich drauf geacht.

»Und zum zweiten gibt es Männers, die nu wieder ihreseits gegen die Weiber 'ne große Liebe und Andacht haben und sehr demütig gegen ihr sind. — Sieh, zu dieser zweiten Sorte wirst du woll gehören, wenn es mal so weit sein wird. Und deshalb müssen diese zweiten Schafsköpp' sich recht frühzeitig verloben und verfreien, damit ihnen die Herzallerliebsten noch in der Dummheit zulaufen. Denn später pfeifen die Frauenzimmers auf die Demütigkeit und halten das für Langweiligkeit und machen denn ganz verfluchte Chosen. — Verstehst du mir?«

Hann starrte ihn an und hielt sich krampfhaft an der auf- und niederknarrenden Brettertür fest. Zum Umsinken müde war er, und doch hätte er gern noch mehr gehört, denn das kleinste Wort kam ihm geheimnisvoll vor, weil Line damit irgendwie in Verbindung zu stehen schien. Es wurde ihm ganz kalt vor Furcht.

»Was nu aber deine Brautschaft anbetrifft« — wollte der Lotse seinen Spaß fortsetzen, — da wurden auf der steinernen Mole kurze Tritte laut, wie wenn leichte Holzpantöffelchen darüber klapperten, und aus den Wassernebeln, die zerfasert und gespenstisch an der Steinwand in die Höhe quollen, tauchte eine kleine Gestalt auf.

Line.

»Oll Kusemann, is Hann bei dir?« rief sie atemlos und beugte sich mit halbem Leib in die Hütte hinein.

»Ja, hier, Lining,« stammelte der Junge.

Ihm fiel alles ein, was sein Freund eben vorgebracht hatte. Jetzt wäre er am liebsten davongelaufen.