Dort ließ sich der Sekundaner nieder. Eine Weile blieb er allein, dann hallten Tritte durch den Wald.
Verwundert merkte er, daß die beiden Kinder mit ihm waren.
»Was wollt ihr?« fragte er gezwungen lächelnd, denn hart und verletzend wie sein älterer Bruder konnte Bruno sich niemals geben.
Treuherzig antwortete Hann: »Bei dir bleiben!«
Da ließ er sie beide neben sich auf den steinernen Sitz. Und stumm und ohne sich viel zu rühren saßen die drei nun nebeneinander.
Durch die dunklen Bäume schimmerte das Blau der See, durchschnitten von ungeheuren, blutroten Brücken, die die scheidende Sonne über die Fläche gezogen hatte. Und über diese Stege sahen die Geschwister tausend und aber tausend bunter, perlender Kugeln auf sich zu rollen.
Ein stiller — klarer — deutscher Abend!
Über ihnen, in einem der zerstoßenen Fenster des Klosters nistete eine Meisenfamilie. Die schwirrten in scharfem unhörbarem Flug den langen Hauptgang herunter, verschwanden im Dunkel des Laubes und kehrten sausend zurück.
Aus dem Binsensumpf kurz vor der See drang ein Surren und Summen. Sonst schwieg alles, wie die drei auf dem Stein.