»Sehr reich. Unermeßlich reich.«
»Wozu willst du das?«
Mit einem Ruck hatte er sie wieder an sich gezogen. Doch sie setzte sich ihm nicht mehr aufs Knie. Stehend, von seinem zitternden Arm umschlungen, während ihr Ohr fast seinen Mund berührte, hörte sie alles mit an, sog es in sich ein, was er ihr nun mit fiebernder Hast, mit ausbrechender, üppiger Knabenphantasie vormalte.
Ein eigentümliches Beben ging durch seine flüsternde Stimme.
Ja, das mußte jahrelang in ihm geschafft und gewirkt haben. — Was vernahm sie nicht alles? — Das Gold, das sei der Schlüssel zu aller Macht und Herrlichkeit. Diese blitzenden Goldstücke hingen wie Sterne über jedem irdischen Menschenhimmel. Manchmal regne es von dort oben in weiten Strömen. Dann wüchsen aus dem getroffenen Acker Schlösser, Paläste, Gärten mit seltenen Blumen, Kleider, Livreen, schnelle Pferde und die seltensten Braten hervor. Freilich, nur ein paar Auserwählte seien es, die das Geheimnis ergründet hätten. Hollander gehöre dazu. Der hätte es. Und von dem alten Manne müßte er es auch erlernen. Sonst käme er nicht wieder, ganz gewiß nicht, sonst stürze er sich irgendwo in die See, wenn er das nicht erreiche. Denn sonst lohne es nicht, zu leben. — Aber er würde es erreichen, jede Nacht beinah hätte er ja davon geträumt, ja manchmal hätte er ganz deutlich gehört, wie es vor seinem Bette seltsam geklungen und geklappert hätte.
Ganz deutlich.
»Klipp — klapp.«
»Das ist fein,« flüsterte Line, der es wie Feuer durch die Adern brannte.
Die schönen Kleider und die Schlösser hatten es ihr angetan.
»Ja, aber es ist schwer,« murmelte er bekümmert.