„Tillius... explicatis porrò inter Hannoveram et Neapolin ad montem raparum ( Newstatt am Rübenberg quae olim ab Erico Brunsvicens. duci Landestrost dicta, postea Landesverderb audiit) copiis ad Lanam fluuium Danicum exercitum ann. 1625 d. 2. Nou. profligauit, caesis Friderico Altēburgensi et celeberrimo Duce Joāne Michaële Obertrautio, qui ob decus Germanicae militiae Michael Germanicus ( Der Teutsche Michael ) dictus fuit. Hic Obertrautius cum septimâ vice in Hungariam tenderet et vnus ex amicis valedicentibus ipsum interrogaret: Was er sie ziehe, das er wieder so einen gefährlichen zug thue? ob er nicht genug versucht habe? er solle nur zusehen das er nicht einmahl gar auſsbliebe; masculè ac heroicè respondit: Ich bleibe nicht auſs oder wil ein Schelm seyn, Cūque alter regereret: Setzet auch dazu: ob Gott wil; iterum respondit: Ich weis mein Gott lasset mich nicht zu einem Schelmen werden. Milites quos sub signis habuit, monuit: Nicht ehe los zubrennē biſs sie ihren Widersachern das Schwartz vnd weiſs in Augen vnterscheiden könten. Quum illum jam semianimem Tillius in rheda interrogaret, quare tā infelici casui se subjecisset? vicēque ejus doleret; nihil reposuit, quàm hoc: Herr General Tilli diſs sein vnglücks blumen, vnd in solchē Garten pflückt man keine andere. Huic tamen strenuo Duci statua monumenti perennis loco est erecta in viâ publica, quâ Neostadio Hannoveram itur.“ — Und vorher S. 75: „Non silenda hic est laus Obertrautii, cognomento Michaelis Germanici, Nobilis Palatinatus inferioris, qui acerrimè cum Hispanis conflixit, vt fraeno potius quàm calcaribus opus habuerit.“
Uebrigens enthält in anderer Art dieses zu s. Z. sehr angesehene Werk des Burgoldensis, obgleich lateinisch abgefaſst, eine nicht unbeträchtliche Anzahl von deutschen in die juridischen Abhandlungen, die „Praetensiones et Controversiae illustres“ eingestreuten Denksprüchen berühmter Männer in der Weise Zincgref’s, von volkstümlichen Ausdrücken, Inschriften, Reimen, Strophen und Volksliedern u. dergl., so wie von historischen Sprichwörtern, — alles dies um so beachtenswerther, als die Bezüge zum Theil der Lebenszeit des Verfassers angehören. Nebenbei werden auch kürzere oder längere Stellen aus Brant’s „des alten Doctors“ Narrenschiff, Rollenhagen’s Froschmevseler, Olearius’ persianischer Reisebeschreibung und Zincgref’s Apophthegmen angeführt. Folgendes ist eine kleine Auslese des ihm Eigenthümlichen (2. Ausgabe 1669).
1. Verissimum est Germanorum nostrorum prouerbium: Es ist kein kling die schärffer schiert Dan so ein Pfaff allmechtig wird. I, 4.
2. Es ist so Weit dieser örter mit dem Verflûchten interim Kommen das man Hund und Kazen darnach genant, und uff Bretspielen gespilt, geflucht und gesungen:
Selig ist der Mann,
Der Gott vertrawen kann,
Vnd Williget nicht in’s interim
Dan es hat ein Schalck hinter ihm. I, 27.
Vergl. die Literatur der Interims-Lieder bei Gödeke I, 269 und Weller, Ann. I, 317; II, 351.
... Das Buch ward Interim genañt, vnd mit schreiben von allerley Gelehrten, auch Getichten, Gemälden und Gesängen, dermassen so wunderbarlich verspott vnd verlacht, das wohl gantze Bücher davon möchten geschriben werden. Seb. Franck, Chronica. Ulm, 1565. Fol. III, 284 b.