Fußnote:[A] Mittheilung der Redaction. Vergl. Grimm, Wbch. II, 1046. Eine weitere Gewähr für das J. 1569 ist Joh. Irenaei Lob vnd vnschuldt der Ehefrauwen. Franckf. a. M. 1569. Fol. Bl. 31 b und Bl. 32 b.

Der deutsche Michel.

Unter Hinweisung auf Grimm’s Wörterb. hat die Redaction des Anzeigers, 1865, Sp. 103 als ältesten Beleg dieser sprichwörtlichen Redensart das wegwerfende Urtheil S. Franck’s über die Frauen (Sprichw. 1541, I, 24b) allegiert: „ In nöthigen sachen könden sie weniger, dann der teutsch Michel, da ist ein man theurer dann 1000 weiber.“ Da auch Sanders s. v. Michel keinen älteren Beleg bietet, wird es gestattet und am Orte sein, aus demselben Werke Franck’s eine Stelle in ihrem vollen Zusammenhange zu wiederholen, die noch augenscheinlicher, als die obige, die allgemeine Verbreitung des Ausdrucks um 1540 darthut und zugleich seine Bedeutung anschaulich entwickelt. S. Franck, Sprichw. II, 49a: Cescon habitas.

Du bist von Dütticheym, da die dannzapffen wachsen.

Ein grober albbawer.

Ein grobs höltzlin. Es were guͦt sevtrög auſs jhm zu hawen.

Duͦ bist auſs dem Schlauraffenland.

49b. Cescos ist ain stat Pamphilie, da so grobe leut woneten, wie inn Teutschland die Bintzger kroͤpffeten baurn, daſs dauon ein Sprichwort entstuͦnd: Du bist ein mann von Cescos, wie mans auff der Alb hat, gleich wie man spricht: Es ist ein stat wie Heubach, da frassen die wolff den schultheiſs auff dem marckt, Wolt ein̄ groben dölpel vnd fantasten damit anzeygen. Wir brauchen die oberzelten, Item, Ein grober Algewer bauer, Ein blinder Schwab etc. Ein rechter dummer Jan, Der teutsch Michel, Ein teutscher Baccalaureus.

Die von W. Wackernagel in Pfeiffer’s Germ. IV, 131 (vgl. V, 354 u.) gegebenen Belege kann ich zur Zeit nicht vergleichen, darf aber aus Grimm’s Wörterb. folgern, daſs Wackernagel keine älteren Beispiele beigebracht hat.

Schwerin, 3. Febr.  1866.