Notizen-Blatt (redigirt von Christian d’Elvert), Nr. 1–12: Zur Geschichte der Landwirtschaft in Mähren und österr. Schlesien. III. Zur Geschichte der Fischerei, insbesondere der Teichwirthschaft. (d’Elvert.) — Die Filialkirche St. Laurenzi zu Rakschitz in Mähren. (M. Trapp.) — Die Stellung der neu Nobilitirten in Olmütz. — Die ständischen Landmesser in Mähren. — Markgraf Jodok alleiniger Herr Mährens. — Zur Geschichte des Sanitätswesens in Mähren. — Das Augustiner-Kloster St. Thomas in Brünn mit Rückblicken auf die andern Augustiner-Eremiten-Klöster in Mähren. (d’Elvert.) — Patent der ungrischen Rebellen, nach Mähren erlassen 1703. — Verhauung der Landesgränze gegen die ungrischen Rebellen 1705. — Requisitionen von der Herrschaft Dürnholz u. a. für die zum Entsatze von Wien durchziehenden polnischen Auxiliarvölker 1683. — Zur m.-schl. Adelsgeschichte. IV. Die Grafen von Chorinsky. V. Die Barthodegsky von Barthodeg. — VI. Die Freiherren Hauspersky von Fanal. (d’Elvert.) — Der unterirdische Gang und die Sachsen-Denkmale zu Rossiežka, Brünner Kreises in Mähren. Beschrieben von Moriz Trapp. — Zur Geschichte des Gemeindewesens in Mähren und Oesterr.-Schlesien. II. Die Municipal-Städte und deren Verhältnisse zu ihren Schutzobrigkeiten. Die unterthänigen Städte und Marktflecken. (d’Elvert.) — Das älteste Geld. Eine archäologisch-numismatische Studie von F. S. Kupido. — Die Bruderschaften, der Clerus und die geistliche Fortificationssteuer in Mähren 1776. (d’Elvert.) — Ueber Literaten und Meistersänger in Mähren. (Ders.) — Beschreibung der Thätigkeit Tycho Brahe’s auf der Sternwarte Benatek. — Die alte Holz-Monstranz der Kirche zu Speitsch in Mähren. (Moriz Trapp.) — Aufnahme des Czobor, Tochinsky und Ledensky in die mährische Landmannschaft 1590. — Das alte Feldausmaſs in Schlesien. (Brandl.) — Zur Geschichte des Herzogtums und der Stadt Jägerndorf. — Die Aufhebung der marianischen Congregationen. — Der mährische Landtag 1790. — Die ältesten Bewohner Mährens. Eine archäologische Studie von Dr. F. S. Kupido. — Die groſse Linde in Bisenz. — Die St. Margarethen-Kirche zu Tapanow nächst Rybnik bei Mährisch-Kromau. (Moriz Trapp.)

Nachrichten.

Literatur.

Neu erschienene Werke.

5) Geschichte der Wiener Universität im ersten Jahrhundert ihres Bestehens. Festschrift zu ihrer fünfhundertjährigen Gründungsfeier von Joseph Aschbach, Professor an der k. k. Universität und w. Mitglied der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien. Mit fünf Tafeln und einem Plane. Wien. Verlag der k. k. Universität. 1865. 8. XVI, 638 Stn. Die Geschichte der deutschen Universitäten gehört ohne Zweifel zu den allerwichtigsten Momenten der deutschen Geschichte überhaupt, da ja die deutsche Wissenschaft eine Grundsäule der Macht unserer Nation zu allen Zeiten gewesen ist. Diese Bedeutung der Geschichte der Universitäten als Pflanzstätten geistiger Bildung und der Werth der Geschichte der Wissenschaften ist in unseren Tagen mehr als je zum Bewuſstsein gekommen und die groſsen Leistungen auf diesen Gebieten sind manniglich bekannt. Woran es noch fehlt, das sind umfassende und gründlich gearbeitete Specialforschungen über den gröſsten Theil der noch vorhandenen und der nicht mehr bestehenden Universitäten. Dieses Bedürfniſs zeigt sich am offenkundigsten bei dem Anblick des vorliegenden Werkes, das, von Meisterhand geschaffen, als ein treffliches Muster für alle Arbeiten ähnlicher Art dasteht. Auſserordentlich reich und mannigfach ist der Inhalt, die Ausführung voll des wahrhaft historischen Geistes, die Darstellung einfach und durchscheinend.

Die Wiener Hochschule gehörte schon frühzeitig zu den angesehensten nicht nur in Deutschland, sondern sie rivalisierte mit den geistigen Metropolen in Paris und Bologna. Wie diese, so gehörte auch sie nicht einer Nation, sondern sie war Eigenthum der Wissenschaft, deren Zwecken sie allein diente. Waren doch die Wissenschaften überhaupt nur Selbstzweck; Mittel zu anderen Dingen, die auſserhalb derselben lagen, wurden sie erst später!

Unser Werk bietet also einen auſserordentlich werthvollen Beitrag zu der Kulturgeschichte im Allgemeinen, zugleich aber erschöpft es die Quellen des für die Kenntniſs der Wiener Universität Erreichbaren im ersten Jahrhundert ihres Bestehens. Das erste Buch hat ihre Gründung und Anfänge zum Gegenstand, 1365–1400. Hier wird dann die Rudolfinische und die Albertinische Stiftung genau erörtert. Dann folgt die Organisation der Universität im Allgemeinen und dieser schlieſst sich die Behandlung der verschiedenen Facultäten an. Die Chronik ist sehr reich an interessanten Details und erreicht besonders vom Jahre 1396 an eine groſse Vollständigkeit, da von diesem Jahre auch die Acten der theologischen Fakultät beginnen, während in der früheren Zeit lediglich die Akten der artistischen Fakultät als Quelle dienten. Die 57 Biographieen von Lehrern der Universität sind eine wahre Fundgrube von Material für eine deutsche Gelehrtengeschichte. Die ausführlichsten Biographieen und von ganz besonderem Interesse sind diejenigen des Heinrich Langenstein von Hessen, des Johann Peuerbach, des Thomas Ebendorfer von Haselbach und des Johannes Müller von Königsberg in Franken.

Sehr ausführliche Register über Personen und Sachen vervoll ständigen das Werk und erleichtern den Gebrauch desselben. Die beigegebenen Holzschnitte der Siegel sind sehr gut ausgeführt.

6) Emmenthaler Alterthümer und Sagen. Von Alb. Jahn, Kanzlist und Bibliothekar beim eidgen. Departement des Innern, Mitglied vieler gelehrter Gesellschaften. Bern, Verlag von Huber u. Comp. 1865. 8. 71 Stn. Mit 5 lithograph. Tafeln.

Es ist überraschend, wie reichhaltige Ergebnisse auch auf einem Boden, der scheinbar ohne alle Voraussetzung ist, sich der Forschung bieten, wenn sie mit den Augen des Kenners nur Umschau zu halten beginnt. Ein einziges, bisher wenn auch nicht unbekanntes, doch unter ganz anderen Rücksichten beachtetes Alpenthal öffnet sich wie ein lehrreiches Buch und führt auf einem der interessantesten Gebiete der Wissenschaft Belege zu, die an diesem Orte wie ganz neue Daten erscheinen. Die beiden ersten Abhandlungen besprechen zwei alte Kriegsbauten, die namenlose Erdburg in der Jägerlehnweide und den Münnenberg bei Lützelflüh, die dritte einen wahrscheinlichen ehemaligen Opferplatz, jetzt Barhegen genannt. Der Gegenstand der vierten Untersuchung, eine räthselhafte Ruine im Kurzeneigraben, erweist sich als muthmaſslicher Sitz einer Gemeinschaft in Zurückgezogenheit lebender Druiden, wie die sogen. Prestenlöcher auf Hinterarm, die ihre Besprechung im fünften Abschnitte finden, als Unterbauten für alte Celtenwohnungen. Eine antiquarisch-topographische Uebersicht des ganzen Emmenthales reiht an jene Hauptdenkmäler noch eine nicht geringe Anzahl solcher, die an sich von geringerer Bedeutung, oder als zerstreute Bruchstücke den ehemaligen Zusammenhang nur von fern errathen lassen. Die Mehrzahl der anfangs besprochenen Gegenstände fällt in die vorgeschichtliche Zeit und bildet gewissermaſsen die Mitte zwischen den See- und den späteren Gräberfunden, oder deckt jene geheimniſsvollen Zeitalter von einer Seite auf, von welcher sie bis jetzt nur selten zugänglich geworden. Bei der reichen Ausbeute, welche schon ein so engbegrenzter Landestheil gewährt, bleibt es kaum zweifelhaft, daſs auch andere, noch nicht untersuchte Gegenden der Schweiz für die Forschung gleich ergiebig sich zeigen werden, und wir können zu dem regen Eifer, der im verwandten Nachbarlande die ununterbrochene Fortsetzung der Arbeit verbürgt, nur auch uns Glück wünschen.