Dr. Ernst Förster.

Inserate und Bekanntmachungen.

8) In dem Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 1866,S. 24, findet sich die noch unerklärte Inschrift auf einem Tische aus dem 15. Jahrh. Der Einsender derselben hält solche für einen Zauber- und Segenspruch. Der Unterzeichnete glaubt darüber andere Auskunft geben zu können. Auf der hiesigen Stadtbibliothek findet sich ein solcher Tisch mit der Bezeichnung der ehemaligen lüneburgischen Münzen: Mark, Schilling und Pfennig in den allbekannten Abkürzungen. Dieser Tisch diente einem Rechnungsbeamten, der mit Kreide die eingehenden oder auszugebenden Summen neben diesen Zeichen bemerkte und darnach in seine Rechnung eintrug. Ein solcher Tisch war offenbar auch der im Museum zu Freising befindliche; nur ist die Bezeichnung etwas anderer Art. Das M bedeutet tausend, das C hundert, X zehn, das folgende Zeichen Pfund die Einheiten nach Pfunden. Die folgenden Zeichen, wahrscheinlich die Bezeichnung der Unterabtheilung (in Norddeutschland Schillinge [ß] und Pfennige [Denare ₰]) wird ein der älteren Münzverhältnisse Bayerns Kundiger darnach leicht enträthseln. Das X und V sind offenbar die Zahlzeichen zehn und fünf. An jeder Seite des Tisches hatte ein Rechnungsführer seinen Platz und die Reihe der Zeichen zu seiner linken Hand. Daher die doppelte Reihe.

Lüneburg.

Dr. Volger,
Director der Realschule des Johanneums.

9) Das Minutoli ’sche Institut für Kunst und Gewerbe wird um Mitte April d. J., wie im Jahre 1857, in den Räumen des königl. Schlosses zu Liegnitz eine groſse Ausstellung seiner sämmtlichen Muster-Sammlungen veranstalten.

10)

Die altpreuſsische Monatsschrift

zur Spiegelung des provinziellen Lebens in Literatur, Kunst, Wissenschaft und Industrie herausgegeben von

R. Reicke und E. Wichert