Des Naglers Hier. Ell Lied von der schönen Maria kenne ich blos aus einem undatierten Nachdruck, Folioblatt mit Holzschnitt-Randeinfassung ohne Bildniſs, welcher die offenbar getreue Orthographie zu meiner Nr. 1205 (Repert. typogr.) geliefert; und den ich vor zwei Jahren bei Hrn. Antiquar Butsch in Augsburg gesehen. Derselbe erschien 1610–1619, wahrscheinlich zum hundertjährigen Gedächtniſs. Graf von Walderdorff hat einen nach 1747 besorgten Abdruck des Liedes, Folioblatt mit Kupfer, oft gesehen und selbst in Besitz. Auf diesem Blatte erscheint unter dem Regensburger Stadtwappen, den Schlüsseln, der heil. Cassianus; die Andacht zur schönen Maria wurde aber erst nach 1747 in der Cassianskirche erneuert. Der Orignaldruck von 1519 ist bisher nirgends zum Vorschein gekommen, also wahrscheinlich verloren.
Zu den beiden 1519 entstandenen Gedichten, Nr. 1303 und Nr. 1304 meines Repert. typogr. wäre nichts zu bemerken, als daſs auf beiden Titeln dieselben Distichen stehen und daſs Nr. 1303 sich auch in der Regensburger Kreisbibliothek befindet.
Das letzte Gedicht von 1522 ist noch heute in vielen Exemplaren verbreitet, weil in jenem Jahre das Interesse an der Sache erkaltet, nicht mehr viele Leser erweckte, der Verbrauch daher schwächer geworden war. Ich habe es vielfach gesehen; unter Anderem existiert es im german. Museum, in München, Berlin, bei Hrn. v. Walderdorff u. s. w. Die Wunderzeichen, wie sie das Gedicht erzählt, gehen von Montag nach Sebastiani 1521 bis Mittwoch nach Annuntiationis 1522. Vergl. Panzer’s deutsche Annalen Nr. 1551. Laut der vorhandenen Kirchenrechnung hat es Paul Kohl gedruckt.
In das Jahr 1519 schlägt ein der Regensburger Kreisbibliothek gehöriges Folioblatt mit einer Copie der Dürer’schen Maria (mit dem Jesuskinde auf einem Halbmond stehend) und 40 lateinische Distichen und 12 Hexametern, kein Regensburger Druck, mit dem Titel:
Ad formosam Virginem Mariam | Rastisponae in area Judaeorum expulsorum gratiose residen | tem et Grandibus miraculis coruscantem | Jacobi Locher Philomusi | elegia votiva.
Ein Jahrhundert später wird das von Gumpelzhaimer beschriebene Bild der schönen Maria, ein Folioblatt mit Kupfer, entstanden sein, welches den Titel führt: „Gründliche Nachricht von der schönen Maria in Regenspurg u. s. w.“ Demselben sind mit alten Typen Titel und Distichen der Nr. 1303 vorangedruckt.
Ein Kupferstich mit 4 Zeilen erklärenden Textes und der Ueberschrift: „Wahre Abbildung der so genañten Regenspurgischen Capelle zur schönen Maria“ in Hochquart, aus dem vorigen Jahrhundert, ist im Besitz des Grafen von Walderdorff.
Am häufigsten gedruckt wurde das Prosabüchlein, meine Nummern 1339 und 1340, dessen Original-Manuscript Herr v. Walderdorff besitzt. Verfasser war der 9 Jahre später zum Feuertod verurtheilte Dr. Balthasar Hubmör. Zu den von mir beschriebenen zwei Ausgaben kommen noch zwei andere hinzu, die ich hier zum Schluſs aufführen will:
In disem biechlin sind begriffen, die | wunderbarlichen zaichen beschen zu Regenspurg zu der | schönen Maria der muetter gottes. | (Holzschnitt) | Regenspurg. Am Schlusse: Ist allhye | zu Regenspurg gewest, auff montag nach Michaelis. Lob sey got, | vnd der schönen Marie.
o. J. (1520). 12 Bl. 4. (letztes leer). Die 4. Titelzeile im Holzschnitt. — Im Besitz des Hrn. Grafen Hugo von Walderdorff.