Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
U. E. Sebald’sche Buchdruckerei.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1866.
Nº 5.
Mai.
Chronik des germanischen Museums.
Nürnberg, den 15. Mai 1866.
Einer von Mannheim uns gewordenen sehr erfreulichen Botschaft konnte in unserer letzten Chronik vorläufig nur mit dem Bemerken gedacht werden, daſs Näheres bezüglich derselben in unserem nächsten Berichte zur Mittheilung kommen solle. Dies ist nun Folgendes.
Seitens des zur Förderung unseres nationalen Institutes in Mannheim bestehenden Hülfsvereines, dem wir zu wiederholten Malen reiche Zuwendungen bereits zu danken hatten, sind aus den Ergebnissen mehrerer mit der XXIV. Philologenversammlung in Beziehung stehender Vorträge Heidelberger Gelehrten 225 fl. 54 kr. unter der Bestimmung uns übersandt worden, daſs aus dieser Summe zunächst die Anschaffung eines vollständigen Exemplars der Photographieen aus dem germanischen Museum (Preis 48 Thlr.) bewerkstelligt, der hiernach verbleibende Betrag aber, wie der Erlös, der nach erfolgter Ausstellung der gedachten Photographieen im Mannheimer Kunstvereine aus dem Verkaufe derselben erzielt werden wird, zur Förderung des weiteren Ausbaues der Karthause oder in anderer, unserer Wahl überlassener Weise zur Ausschmückung des german. Nationalmuseums verwendet werden solle. Mit innigstem Danke gegen die Stifter dieser reichen Gabe haben wir dieselbe hiernach den Fonds für den in Aussicht genommenen, in letzter Zeit mehrfach zur Sprache gebrachten Bau in der Weise überwiesen, daſs aus den vom Mannheimer Hülfsvereine uns gebotenen Mitteln die Kosten der Herstellung zweier Kreuzgangfenster, deren früher genannte Stifter leider zu streichen waren, und die Verglasung dieser als Stiftungen des Mannheimer Hülfsvereines und der Leiter der XXIV. Philologenversammlung zu Heidelberg zu bezeichnenden Fenster bestritten werden, etwaige Erübrigungen aber zur Minderung der unserem Institute durch Erwerbung der freiherrl. v. Aufseſsischen Sammlungen erwachsenen Schuld verwendet werden sollen. Möge das einmüthige Wirken unserer Mannheimer Freunde fort und fort von so trefflichen Erfolgen begleitet, zugleich aber auch die hier gedachte neue Bethätigung des alten Wortes „Durch Einheit stark“ anderwärts Veranlassung werden, zu ähnlichen der Förderung unseres nationalen Werkes gewidmeten Vereinen zusammenzutreten, wie solche zu Mannheim und Berlin zu Nutz und Frommen unseres Institutes schon seit Jahren bestehen!