ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.
1866.
Nº 10.
October.
Wissenschaftliche Mittheilungen.
Kaiser Albrecht I. und Herzog Friedrich der Schöne von Oesterreich belagern die Veste Fürstenberg in der Baar.
Vergleich zwischen dem Grafen Heinrich von Fürstenberg, seinen Brüdern und Vettern einerseits und K. Albrecht I. und seinen Söhnen anderseits, die Städte Bräunlingen und Löffingen und die Burg Kürnberg betreffend.
1305, Mai 30, vor Fürstenberg.
Allen den, die disen gegenwirtigen brief ansehent oder hoͤrent, kvͤnde ich graue Hainrich von Fürstenberg, daz dvͤ mishelli, dvͤ entzwischent | minem herren Albrehte von gotez gnaden dem Roͤmschen künge, ainem mêrer dez riches, vnd herzogen Fridrice sinem svne ainhalb vnd mir andert | halben gewesen ist, verslihtet vnd gerihtet ist, als hie nach geschriben stât. Von erst han ich graue Hainrich, für mich vnd mine bruͦdere, minem herren | herzogen Fridriche, an siner vnd siner bruͦder stat, gegeben allez daz reht, daz wir haben in der stat ze Brülingen, ez si an luͤten oder an guͦte ald an gerihten, vnd sont svͤ mir vnd minen bruͦdern darvmbe geben drithalbhvndert march loͤtiges silbers Schafhuser gewihtez, die svͤ mir vergwisset habent ze gebenne ze vsgender naͤsten phingstwͦchen. Ich hab ovch, für mich vnd mine bruͦdere, minem herren dem Roͤmschen kvͤnge vnd herzogen Fridrich sinem svne ze besserunge vfgeben, vnser grâschaft vnd die burg ze Kvͤrenburg vnd die stat ze Loͤffingen, vnd han daz ze lehen enphangen von dem vorgenanden herzogen Fridriche vnd sinen bruͦdern. Ich verzihe mich ovch, für mich vnd mine bruͦdere, allez dez schaden, So mir vnd minen bruͦdern geschehen ist, von minem herren dem kvͤnge vnd von herzogen Fridriche sinem svne, oder von iren dienern. Sich verzihet ovch graue Cuͦnrat von Fürstenberg min veter, korherre ze Kostenze, allez dez schaden, so ime geschehen ist, an der stat ze Loͤffingen ald anderswa, von denen von Stofeln oder von anderen dez kvͤngez oder dez herzogen dienern. Dar nach, vmbe mine vnd miner veteren lüte, grauen Cuͦnratz vnd grauen Gebhartz sinez bruͦders, die ze Brülingen burger worden sint, die wir herbraht haben, svͤ sin aigen- oder lehen- oder vogtlüte, ist also gered, went svͤ ze Brülingen bliben vnd da sitzen, dez enson wir vnd vͤnsere veterren, die vorgenanden, in niht enweren vnd sont svͤ dar vmbe niht beswêren, wer aber, daz svͤ da niht beliben vnd sitzen woltin, so son wir vnd vͤnsere vetern, die vorgeschribene, die selben lvͤte haben vnd besitzen, als ovch vor. Wer och daz ieman miner oder miner veterren, der vorgenanden grafen, lüte oder vͤnserre dienere lüte ze Brülingen bliben vnt sitzen woltin, svͤ sin fri oder vogtlüte, so ensol mich vnd mine bruͦdere vnd mine veterren, die vorgenanden, der vorgeschriben herzog Fridrich vnd sine bruͦdere niht enirren an dien guͤtern so dieselben lüte hant; wir mugen svͤ niessen reht vnd redelich in allem dem rehte, avn alle geuerde, als ovch vͤnsere vordem dvͤ selben guͤter hant genossen. Ez ist ovch also gered, daz der vorgenande vͤnser herre der kvͤnig vnd herzog Fridrich vnd sine bruͦdere hinnanhin enhainen man, der der min vnd miner bruͦdere, oder miner vetern, aigen ist, enphahen son ze burger ze Brülingen; wer aber, daz dehaine vͤnser vogtman oder fri ist burger wrde ze Brülingen, die mugent der vorgenande herzog Fridrich vnd sine bruͦder wol enphahen, also ob svͤ da sezhaft went sin vnd da beliben. Vnd dieselben gnade, die mir vnd minen bruͦdern vnd minen vetern hat getan vͤnser herre der kvͤnig vnd der herzog Fridrich und sine bruͦdere, vmbe die aigen lüte oder die frien all die vogtlvͤte, die haut svͤ ovch getan dien von Bluͦmenberg, dien von Blvͦmenegge, dien von Kvͤrnegge, dien von Almshouen, Huge von Riffenberg, hern Fresselin, dien von Aitlingen, Hainriche dem Schulthaissen von Vilingen, Cuͦnrat von Hvͤfingen, Johanse von Gepzenstayn, vnd dien die vf dem berge sitzent ze Fürstenberg. Aber vmbe die edeln lvͤte ist also gered, went svͤ oder ir dehainer burger werden ze Brülingen, dez ensol ich vnd mine bruͦdere oder mine vetern in niht enweren, ovch ensol in der kvͤng oder der herzog Fridrich niht enweren, ob svͤ dannan varn woltin. Vnd daz diz, allez daz da vorgeschriben stât, war si und staͤte blibe, so hab ich, für mich vnd mine bruͦdere, disen brief besigelt mit minem vnd minez vetern grauen Cuͦnratz yngesigeln. Ich graue Cuͦnrat von Fürstenberg, korherre ze Kostenze, vergihe an dem gegenwͥrtigen briefe, daz allez daz da vorgeschriben stât geschenhen ist mit miner vnd minez bruͦders grauen Gebhartz, des vorgenanden, wissende, gunst vnd willen, vnd verzih mich allez dez schaden, so mir geschehen ist an der stat ze Loͤffingen ald anderswa, als da vorgeschriben stat. Vnd ze ainem vrkünde derselben dinge, so henk ich min yngesigel an disen brief zvᵒ minez vetern ynsigel, dez vorgenanden grauen Hainrichs. Diz beschach vnd dirre brief wart gegeben in dem gesesse vor Fürstenberg, do man zalte von gotez gebvͤrte drüzehenhvndert jar vnd darnach in dem fvͤnften jare an dem svnnentage nach der hailigen vffart vͤnsers herren.
Das Siegel des Grafen Heinrich nur als Fragment erhalten. Doch ist deutlich ersichtlich, daſs es das gleiche Siegel, welches in des Fürsten Friedrich Karl zu Hohenlohe Sphrag. Album des deutsch. hohen Adels, Beil. C zu Fürstenberg Nr. 4, abgebildet ist, ein s. g. Reitersiegel (nach dem Hohenlohe’schen Systeme III, B, 3). Von der Umschrift ist noch lesbar.. DE .. STENB’G . Das Wappen auf dem Schilde und der Pferdedecke ist deutlich zu erkennen. Das Siegel des Grafen Conrad ist ziemlich gut erhalten. In einem dreieckigen Schilde das bekannte Wappen (nach dem Hohenlohe’schen Systeme, IV, A, 2). Umschrift: ✠ S’. A . CON . DE . FIVRSTENB’G . CAN. CONSTANT.