8) Die alte Volksüberlieferung, daſs der Drache die Luft verpeste und einen allgemeinen „Sterbet“ verursache, führt cgm. 257, f. 36a ebenfalls an. „Und daſs daſs waſser Tyfer oder Tyber in latîn als groſs ward, daſs es uber die mûren înflôſs und uſswarf einen greulichen vergifften draken mit vil schlangen, davon der luft vergifft ward und verunrayniget, daſs davon den lüten kam ein gebresten, der hieſs ungwinaria, da die menschen des gæhen todes von sturben, daſs die luͤte alsô niederfielen in der stat.“
(Legende von St. Gregor.) In einem cgm des 14. Jhdts. heiſst es: „ derselb track, der ertöt auch zwên richter und darzuͦ, sô macht er mit seinem atem vil und vil leut siech, alsô daſs sie nâhend tôd wâren.“
Magister Johannes Klenkok.
Zu den von Homeyer gesammelten Nachrichten über diesen fanatischen Gegner des Sachsenspiegels hat O. Stobbe, Gesch. der deutschen Rechtsquellen 1, 372 einen kleinen Nachtrag gegeben. Nicht bemerkt wurde aber bis jetzt, so viel mir bekannt, daſs derselbe auch der Verfolger des Prager Reformators Militsch von Kremsier war, wie Palacky berichtet; denn Jan Klonkot ist doch offenbar nur eine Entstellung seines Namens. Die Quelle ist Vita Milicii in Balbins Miscell. lib. IV, p. 2, pag. 44–64, welche mir hier nicht zugänglich ist.
Heidelberg, 6. Aug. 1866.
W. Wattenbach
Räthsel.
Es ist ain ding das nit vast strebt
und ist in allem dem, daz da lebt,
es ist darzuͦ in dem gestain