Fußnote:[A] Abgebildet in H. W. H. Mithof’s verdienstvollem Werke: „Archiv für Niedersachsens Kunstgeschichte“, II, Taf. 6.
Johannes Nas.
Am 9. Juli 1577 wandte sich Georg Ilsung zu Tratzburg, Landvogt in Schwaben, in einem längeren Schreiben an den Erzherzog Ferdinand und ersuchte diesen, er möchte Joh. Nas nach Augsburg senden, damit er dort predige. Da dasselbe zur Würdigung des viel geschmähten Polemikers bedeutungsvoll ist, theile ich die wichtigeren Stellen daraus mit:
„Gnedigister Herr! Als sich verschine fasten zue getragen, als der Ehrwürdig vnd hochgelert Hrr Nas Doctor Barfuesser ordens etlich seiner geschefft halben von Brixen hieher gen Augspurg khomen vnd von dem Abt zue S. Vlrich alhie erbetten worden, dz er ihme zue gefallen dieselb fasten predigett, hatt er alhie ain solichen beharlich’ Zuelauf von den Lutterischen bekhomen, das offt von 4 bis in 5000 Personen an seiner Predig gewesen. Es haben sich auch aus denselben gar vil vernemen lassen, da gedachter Hrr Nas alleweg alhie bleiben wurd, dz sy ihre Lutterische Kirchen verlassen vnd merer theils an sein des Nasen Predig gehen vnd vil andere auch mit ihnen davon ziechen wollten. Die weil den die Lutterischen Predicanten alhie diser Zeit gar widerwertig vndter einand’, vnd schier kheiner predigt wie der ander, dardurch den der gemain man sich fast ergert vnd ihn solche Irrunge khomen, dz er nit waiſs, wem er schier mer zue gehen soll, so werr vnzweifelig zue hoffen, da gedachter Hrr Nas ein Zeit lang alhie Predigen solt, er wurde in solchem Zwitracht merchlich grossen nutz schaffen khinden. Derhalben so bin ich nit allain von obgedachtem Abt, sond’ auch von vilen anseliche catholischen vnd zum theil auch Lutterischen leutten alhie angesprochen vnd gebetten worden, auf wege zue gedenckhen, wie vilgemelter Hrr Naſs, wo nit lenger, iedoch nur auf ein Jar lang hieher gebracht werden möcht.“ — „An ietzo bey eingefalner Zwispalt der Lutterischen gar ein gewünste gelegenheit vorhanden, also da gedachter Hrr Nas alhie predigen solt, das comuny omnium indizio in khain Zweifel zue stellen, er wurde den gemainen man den Lutterischen predicanten gar endtziechen vnd an sich henckhen, welches dan nit allain für sich selbst ein christenlichs guets werckh were, sond’ es wurde auch daraus volgen, dz die catholischen alhie desto mer ruggens bekhomen vnd sich der Lutterisch teglichen trutz vnd gewalts desto bas erwehren khindten, bis Gott der almechtig verner gnad vnd ainigkhait im glauben verliehe. Darzue dan der Hrr Nas sua innata facundia ein treffenlich anfang machen, vnd die Lutterischen Predicanten nit baſs verdruckht vnd gestrafft werden möchten.“
Ilsung’s Schreiben, welches im Statthaltereiarchive zu Innsbruck liegt, gibt für die Beredsamkeit und das Wirken des Joh. Nas ein schönes Zeugniſs und bestätigt, daſs er nicht ohne Grund in einem Vertheidigungsbriefe sagen konnte: „wie vil hat Gott durch mich, den die Jesuitten also neiden, zu München vnd Ingelstatt von Ketzerthumb zur catholischen Kirchen bracht. So waiſs ich, daſs so oft der Dr. Canisius zu Straubing einen Menschen bekhert hat, also, daſs Ir etlich tausend ad unitatem khomen sein vnd dise heuchler dörffen lestern, es sey nit gratia gratum faciens.“ —
Innsbruck.
Dr. Zingerle.
Beschreibung einer Pilgerfahrt in das gelobte Land, aus dem 14. Jahrh.
In der Papierhandschrift Nr. 500 unseres Klosterarchivs finde ich unter kanonistischen und ordensgeschichtlichen Materien eine etwa bisher unbekannte Beschreibung einer Pilgerfahrt in’s h. Land aus dem 14. Jahrhundert, jedoch jedenfalls von einer Hand des 15. Jahrh. abgeschrieben. Potthast’s Wegweiser etc., S. 1002 erwähnt das Schriftchen wenigstens nicht.
Die Widmung, welche der Beschreibung vorangeht, beginnt folgendermassen: „Reuerendissimo patri ac domino suo domino Petro abbati Aule Regie, Cisterciensis ordinis, Pragensis dyoecesis Gwilhelmus de Waldenfels miles“... Diesen füge ich die Stellen, welche die Persönlichkeit des Verfassers betreffen, bei. „Accepti (schreibt er) beneficij immemor esse nolens mente reuoluo sedula beneficiorum opera, que mihi anno preterito in domo vestra, aula regia, hylariter et benignis affecti bus plus quam duobus mensibus et mee familie ostendistis et uolente domino eisdem exhibitoribus, cum ad uos reuersus fuero gratuite et omni studio respondebo. Et nunc quidem quia apud dominum meum Thalariandum Petragoricum (!) tituli beati Petri ad vincula presbiterum cardinalem in curia Auione moram facere adhuo me oportet amplius quam putabam, eo quod dominus meus multum fuit de meo aduentu de sua gracia jocundatus et negocia mea omnia, de quibus apud uos existens dixeram uobis, ad finem iam disposuit seu disponit et ordinat peroptatum, hys finitis per Coloniam Agrippinam propter quedam negocia ibidem terminanda rediens ad uos in Aulam regiam reuertar volente domino perpetue permansurum. Trahit me ad vos amor vester, allicit me dulcissima habitacio domus vestre, et percipue vestrorum filiorum deuocio et nil me retrahere potest nisi mors sola.“ Die Schrift selbst betreffend schreibt er: „Verumtamen libellum meum, quem ad instanciam prefati domini mei Cardinalis de statu terre sancte compilaui, vobis, vt rogastis et ego vt promisi per Franciscum Christiani de Praga seruitoris mei transmitto.“ Die Widmung der dem Abt von Königinhof übermachten Abschrift datiert „Auione a. d. 1337 in die sancti Michaelis“.