Wer todt ist/ den begrebt man mit der Haut/ wie einen Bischoff. (Bl. Sssiij b.)

Ungeachtet ihrer Reichhaltigkeit und ihres unleugbar inneren Werthes, war die Kenntniſs dieser Sammlung von jeher[A] und, wie es scheint, schon in älterer Zeit (schon bei Cleſsius fehlt sie) eine sehr beschränkte, auch erlebte sie nur diese einzige Auflage, und Exemplare sind nur mit Mühe zu beschaffen. Welche Ursachen es waren, die dem Buche dieses dunkle und unverdiente Loos bereitet haben, ist schwer, wo nicht unmöglich, zu sagen — „habent sua fata libelli“. Bei alten Sammlern habe ich ihren Namen nicht gefunden, wenn es gleich nicht unwahrscheinlich ist, daſs diese, z. B. Weidner und Lehman, einen Theil ihres Inhalts ganz nach Belieben und ohne kriegerischen Lärm „annectiert“ haben. Zincgref, welcher (Apophthegmen, Straſsburg, 1626. Bl. b2 a/b) Bebel, Agricola, Franck, Olorinus Variscus, Gruterus u. a. kennt und gebraucht, ist sie unbekannt; auch Schottel, in der Literatur der Sprichwörter nicht unbewandert, thut, obgleich er (Teutsche Haubt Sprache, 1663, S. 1111) die wichtigsten Sammler von Bebel bis Weidner aufführt, ihrer weder hier, noch in dem Tractate „Von Teutschlands und Teutschen Scribenten“ (ebend. S. 1150–1214) Erwähnung. Erst neuere Sammler, wie Eiselein und vor Allen Wander, haben angefangen, dem Buche die verdiente Aufmerksamkeit zu schenken, und namentlich ist der letztere bestrebt, den reichen Schatz, welchen diese Sammlung birgt, planmäſsig und mit Angabe der Quelle zu heben und ihn seinem groſsen und verdienstlichen Werke einzufügen.

Friderich Peters ( so und nicht „Petri“ unterschreibt er sich selbst in deutschen Buchstaben am Schlusse der Vorrede), geb. 10. März 1549, besuchte die Schule zu Ilfeld, dann die Universität Wittenberg, wurde daselbst Magister und erhielt später das Conrektorat der Martinsschule zu Braunschweig. Im J. 1578 Prediger an der Andreaskirche daselbst, sowie 1594 Senior des Ministerii geworden, starb er zu Braunschweig 1617. Seine lateinischen und anderen deutschen Schriften sind bei Jöcher a. a. O. verzeichnet.

Fußnote:[A] Die meisten Literarhistoriker kennen sie nicht, oder halten sie der Nennung unwerth, so Bouterweck, Menzel, Laube, Pischon, Wolff, Koberstein, Kurtz u. a. m.; selbst Gervinus erwähnt sie nur vorübergehend (III, 67) mit dem Beisatze „1565“, ein Beweis, daſs sie auch ihm autoptisch fremd geblieben ist; der erste, der, so viel mir bekannt, ihren Werth richtig erkannte, war (auſser Nopitsch) Gödeke in seinem Grundriſs I, 112–113, sowie Hoffmann von Fallersleben, der einzige, der, ohne aber in die Sammlung einzugehen, schon vorher in seinen „Spenden zur deutschen Literaturgesch.“ I, 11–20 einige Proben, jedoch nur Reimsprüche und in erneuerter Schreibweise, aus ihr mitgetheilt hatte. — Jöcher im Gelehrten-Lexikon (III, 1441) betitelt sie, mit Bezug auf Rehtemeyer’s Braunschw. Kirchen-Historie „dicta selecta et proverbia“ und führt sie unter Peters’ lateinischen Schriften auf.

Die Landrichter zu Sulzbach im 14. und 15. Jahrhundert.

Mitgetheilt von Leonh. Platzer, k. Landrichter, zu Sulzbach.

(Schluſs.)

Dieses Wilhelm Paulsdorfers Gemahl war Margaretha von Eck, gestorben 1495. Anno 1579 hat Stephan Paulsdorfer, der einzige Erb dieses uralten adelichen Stammes die pfründ zu Regenspurg verlassen, und ist zur Fortpflanzung des geschlechtes in Ehestand getreten mit Anna Maria, Bernhard Stingelhammers[34], pflegers zu Sulzbach, Tochter.

21. Hartung von Eggloffstein[35] 1473.

22. Hans von Parsperg, 1473[36]. Dises ist auch der alten edlen geschlecht eins in unsern Nortgau gewesen, hat den Namen vom Schloſs Parsperg am Wasser die Laber genand gelegen. Moriz von Parsperg hat den allereltesten Turnir zu Magdeburg aõ 936 beigewohnt. Aõ 1246 starb Fridrich von Parsperg Bischoff zu Aichstett. Dietrich von Parsperg verkaufft König Ludwigen den Beyern den 4. theil des Schlosses Neidstein in Nortgau gelegen aõ 1326. Herr Hans von Parsberg Ritter pfleger zu Hemau 1394 verlies 12 Kinder, 7 Söhn und 5 Töchter; diesem Hans von Parsperg verpfändet Pfalzgraff Johannes die Graffschaft Lupurg[37] 1395; sein eltester Sohn[38] ist Bischoff zu Regenspurg worden, 1437.